Neuer Fahrplan der ÖBB: Streichungspolitik der Regierung bremst Nahverkehr!

Linz (OTS) - Am 12. Dezember 2004 tritt der neue ÖBB-Fahrplan in Kraft. Für die ooberösterreichischen Pendler bedeutet das zum Teil gravierende Verschlechterungen. Bei einigen Arbeitnehmern aus Voest und Chemie etwa verlängert sich die Reisezeit um bis zu 80 Prozent! AK-Vize-präsident Ing. Reinhold Entholzer: "Die radikale Streichungspolitik der Regie-rung geht erneut auf Kosten der Pendler."

Durch die Änderung des Taktverkehres von Linz Richtung Wels-Passau kommt es zu einer wirklichen Härte für Pendler, die von ihren Arbeitsplätzen in Voest und Chemie nach Hause müssen: ihre Reisezeit verlängert sich um bis zu 80 Prozent, weil sie in Linz Hauptbahnhof keine direkten Anschlusszüge mehr haben!
Zwischen Linz und Steyr kommt es überhaupt zu einer Verringerung der Anzahl der täglichen Zugverbindungen. Weniger frequentierte Linien werden gestrichen - wegen mangelnder Rentabilität.

Zwar würde jeder Kaufmann in einer ähnlichen Situation ebenso handeln - hier geht es aber nicht um betriebswirtschaftliche Aspekte, sondern um eine ordentliche Grundversorgung der Bevölkerung: "Die Menschen ha-ben ein Recht auf ausreichende Verkehrsverbindungen", so Ing. Reinhold Entholzer, Vizepräsident der AK Oberösterreich. "Die Politik darf sich dieser Verantwortung nicht länger entziehen, wir brauchen Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr!"

Verschlechterungen nicht schön reden
Für ihren Fahrplanwechsel
"werben" die ÖBB regelrecht: "Höhere Kundenbedürfnisse, die Liberalisierung des Marktes im öffentlichen Verkehr, aber auch der steigende Kostendruck" - die an Pendler ausgeteilten Infoblätter lesen sich beinahe so, als würde es ausschließlich zu Verbesserungen für die Fahrgäste kommen!

Das Gegenteil ist der Fall - die ÖBB werden von der Politik zu immer radikaleren Kürzungen gezwungen, was jetzt zu einer neuerlichen Aushöhlung des Fahrplanes führt, wie obige Beispiele zeigen.

Für Entholzer ist klar: 2Die Fahrplangestalter haben sich zwar redlich bemüht, aus den ungünstigen Rahmenbedingungen das Beste herauszuholen. Aber bei Vorgaben, die für jedes Regionalmanagement der ÖBB ein ausgeglichenes betriebswirtschaftliches Ergebnis verlangen, kommt man eben um die Streichung von Zugverbindungen und damit Verschlechterungen für die Pendler nicht herum", so Entholzer.

Sein Appell an das ÖBB-Management: "Verschlechterungen aufgrund von Einsparungsvorgaben der Regierung nicht schön zu reden - das liefert der Politik nur Argumente für weitere Kürzungen!"

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