Dynamischer Biodiesel- und Bioethanolausbau in Europa

Wien (OTS) - Rohstoffversorgungsplan für Biotreibstoffe erforderlich - Umsetzung der Pläne zur Biodiesel- und Bioethanolproduktion - Rohstoff-Mix aus Getreide und Zuckerrüben für Bioethanolproduktion - Rund 300.000 Hektar Ackerfläche für Rapsproduktion erforderlich

"Selbst die erdölsüchtigen USA versuchen, ihre Importabhängigkeit bei fossilen Treibstoffen durch eine Ankurbelung der Bioethanolproduktion zu reduzieren. In Brasilien z. B. wird seit mehr als 70 Jahren Bioethanol als Kraftstoff eingesetzt. Die Umsetzung der EU-Biokraftstoffrichtlinie in Österreich sieht ab dem 1. Oktober 2005 einen Anteil von 2,5 % Biokraftstoff oder andere erneuerbare Kraftstoffe im Fossildiesel und -benzin vor. Schon ab 1. Oktober 2008 sollen dem Diesel und Benzin mindestens 5,75 % Biokraftstoff oder andere erneuerbare Kraftstoffe beigemengt werden", erklärte der Geschäftsführer des Österreichischen Biomasse-Verbandes, Prof. Dkfm. Ernst Scheiber, bei einer Journalisten-Exkursion in Berlin, Leipzig und Dresden.

Es ist erfreulich, dass sich die Österreichische Bundesregierung entschlossen hat, die EU-Biokraftstoffrichtlinie konsequent umzusetzen. Ein besonderer Beweggrund waren dabei die Verpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls. Aber auch versorgungstechnische und regionalpolitische Gründe waren für diese ökologisch und ökonomisch wichtige Maßnahme ausschlaggebend.

Wichtig für die europäischen Biotreibstoffproduzenten wird aber sein, den bestehenden Außenschutz für potenzielle Investoren auszubauen. Nur dadurch wird es möglich sein, sich gegenüber Niedrigpreisimporten - vor allem aus Brasilien - entsprechend abzusichern. Das derzeitige Zollgefüge für den Import von Biokraftstoffen ist nicht in der Lage, den ausreichenden Schutz vor allem in der Aufbaustufe der Biokraftstoffproduktion zu gewährleisten. Ohne den Aufbau eines entsprechenden Flankenschutzes für die Bioethanolproduktion wären die wichtigsten Argumente -Verringerung der Importabhängigkeit und Verbesserung der heimischen Wertschöpfung - schlicht und ergreifend ad absurdum geführt. Allein die Verringerung der CO2-Emissionen würde von allen gegebenen Pluspunkten der Bioethanolproduktion bestehen bleiben.

"Österreich muss am 1. Oktober 2008 mindestens 180.000 Tonnen Ethanol produzieren, um die vorgegebenen 5,75 % des derzeitigen Benzinverbrauches, bezogen auf den Energiegehalt, in der Höhe von zwei Millionen Tonnen zu ersetzen. Entsprechend den agrarpolitischen Gegebenheiten kämen dafür Weizen, Roggen, Triticale, Mais und Zuckerrübe als Rohstoff für die Bioethanolproduktion in Betracht. Dafür wären entweder 110.000 Hektar Weizen, 57.000 Hektar Mais oder 30.000 Hektar Zuckerrübe erforderlich. Besonders eignen würde sich ein Rohstoff-Mix aus Getreide und Zuckerrüben. Für den Aufbau der Biodieselproduktion auf Rapsbasis in der Höhe von 5,75 % wären rund 300.000 Hektar Ackerfläche erforderlich. Um die Rohstoffbasis für die österreichische Biodiesel- und Bioethanolproduktion zu sichern, ist die dringende Erstellung eines Rohstoffversorgungsplanes für Biotreibstoffe durch die österreichische Agrarpolitik vonnöten. Pläne für den Aufbau industrieller Produktionsstätten für Biodiesel und Bioethanol müssen zeitgerecht realisiert werden", schloss Scheiber.

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