Ärztekammer zu Hartinger:

Reine Polemik gegen Ärzte und Spitäler

Wien (OTS) - Heftige Attacken ritten Mittwoch hohe Spitalsärztevertreter gegen die von Hauptverbands-Geschäftsführerin Beate Hartinger in News erhobene Behauptung, wonach in niederösterreichischen, burgenländischen und steirischen Spitälern überverhältnismäßig oft Gebärmutter-Operationen vorgenommen würden. Hartinger greife wahllos einige Daten heraus, ohne die Gesamtsituation zu berücksichtigen, sagte der Bundesobmann der Angestellten Ärzte, Harald Mayer, in einer ersten Reaktion auf den Inhalt des News-Beitrages. Es gehe Hartinger offensichtlich ausschließlich um Polemik, Verunsicherung und Miesmacherei. Mayer:
"Die Ausführungen der Hauptverbands-Geschäftsführerin entbehren jeglicher Grundlage, sind aus dem sachlichen Zusammenhang gerissen, und statistisch ohne Berücksichtigung des Einzugsgebietes, des Zeithorizonts, der Spitalsexpertise, der speziellen ärztlichen Kompetenz und der epidemiologischen Entwicklungen völlig irrelevant."

Als skurril bezeichnete der Vizepräsident der Österreichischen und Präsident der Ärztekammer für Steiermark, Dietmar Bayer, die Unterstellung, dass das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Graz durch besonders viele einschlägige Operationen hervorsteche. "Es ist unter Experten bekannt, dass die zuständige Abteilung dieses Spitals in hohem Maße spezialisiert ist und deshalb eine überdurchschnittliche Nachfrage nach entsprechenden Interventionen besteht", meinte Bayer. Hartinger stünde es gut an, ihre "rein ökonomisch bestimmten Reflexe" auch fachlich zu hinterfragen. Es sei einer hohen Funktionärin in einer maßgeblichen Institution des österreichischen Gesundheitswesens unwürdig, Besudelungskampagnen ohne Rücksicht auf ihren möglichen Schaden zu starten. "Hier zeigt sich wieder einmal, dass sich medizinische Daten in den Händen von Ökonomen zu Brandbomben entwickeln können", so Bayer.

Die beiden hohen Ärztevertreter warnten Hartinger vor einer unverantwortlichen Kriminalisierung von Ärzten und Spitälern. Sie riefen die Hauptverbands-Geschäftsführerin abschließend dazu auf, unverzüglich auf den Boden der Sachlichkeit zurückzukehren oder aus ihrem "unvertretbaren Verhalten persönliche Konsequenzen zu ziehen".

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