Kukacka: Kritik des WWF überzogen und nicht nachvollziehbar!

Rund die Hälfte der Investitionen in das Flussbauliche Gesamtprojekt von rund 170 Millionen Euro fließen in ökologische Maßnahmen

Wien, 1. Dezember 2004 (OTS) - Staatssekretär Kukacka wies heute, Mittwoch, die Kritik des WWF zurück, die Donau-Auen seien durch das geplante Flussbauliche Gesamtprojekt gefährdet. Genau das Gegenteil sei in Wahrheit der Fall. Durch die notwendigen Maßnahmen werde besonders im Bereich es Nationalparks die fortschreitenden Eintiefung der Donausohle gestoppt und die damit verbundene drohende Austrocknung der Donauauen verhindern. Kukacka verwies gleichzeitig auf den Beschluss im Lenkungsausschuss im April dieses Jahres, in dem ein Konsens zwischen den Experten von Ökologie, Schifffahrt und Wasserbau auf die wichtigsten Planungsgrundsätze erzielt und unterschrieben wurde, betonte Kukacka. ****

Rund die Hälfte der Investitionen in das Flussbauliche Gesamtprojekt von rund 170 Millionen Euro, würden in ökologische Maßnahmen fließen wie die Auflösung des enge Steinkorsetts der Uferverbauungen aus der Jahrhundertwende, der Beseitigung von Treppelwegbarrieeren zu und die Wiederherstellung der Dynamik in den Aulandschaften, wie vor der Donauregulierung, betonte Kukacka.

Mit diesem Konsens können folgende Ziele umgesetzt werden:
- Die Donau als freie Fließstrecke wird erhalten.
- Die fortschreitende Eintiefung der Donausohle wird durch die granulometrische Sohlverbesserung - also die Zugabe von Grobkies mit unterschiedlichem Durchmesser - gestoppt!
- Die Schifffahrtsverhältnisse werden durch eine geringfügige aber nachhaltige Erhöhung der Fahrwassertiefen nachhaltig verbessert.
- Die Auenlandschaft des Nationalparks wird durch ökologische Begleitmaßnahmen wie Uferrückbauten und Gewässervernetzungen langfristig gesichert.
- Der Hochwasserschutz entlang der Donau wird gewährleistet.

In Bezug auf die für die Schifffahrt relevanten Fahrwasserparameter wurde im Konsens mit den Ökologieexperten im Leitungsausschuss folgendes beschlossen: Für den zentralen Bereich der Schifffahrtsrinne mit einer Breite von 100 Metern ist die Sicherstellung einer Mindestfahrwassertiefe von 27 Dezimeter erforderlich, in Abschnitten mit granulometrischer Sohlverbesserung zur Verhinderung der weiteren Eintiefung ist aufgrund der erhöhten Gefahr der Beschädigung für Schiffspropeller, insbesondere bei Motorschiffen, ein Zuschlag von einem Dezimeter vorgesehen. Damit kann für die Schifffahrt und die zwei unterschiedlichen gebräuchlichen Schiffstypen auf der Donau, nämlich Motorschiff und Schubverband, eine ausreichende Mindestabladetiefe sichergestellt werden.

Die Verbesserung der Fahrwassertiefe sei auch deshalb entscheidend, da sie gemäß den TEN-Leitlinien der EU für die Beseitigung sogenannter "Bottlenecks", also besonders seichter Stellen in der Donau gefordert wird. Dadurch das der Donauabschnitt östlich von Wien Gebirgsflusscharakter mit starker Sohlerosion aufweist, ist von Experten des Wasserbaus und der Ökologie die Methode der Granulometrie zur Stabilisierung der Donausohle beschlossen worden. Diese Methode sieht die Zugabe von Grobkies vor, wodurch in diesem Donauabschnitt ein zusätzlicher Sicherheitsabstand für selbtfahrende Motorgüterschiffe von 30 cm erforderlich ist. Die angestrebte Fahrwassertiefe von 2,80m bei Granulometrie stellt somit ein Mindestmaß zur Verbesserung der Schifffahrtsverhältnisse östlich von Wien dar. Der einstimmige und somit von allen Fachexperten getragene Konsens des Leitungsausschusses zu den festgelegten Fahrwasserparametern zeigt, dass mit den derzeit geplanten Mindestfahrwassertiefen den Wünschen der Ökologie weitgehend Rechnung getragen wurde. "Werden diese Mindestkriterien nicht eingehalten, gibt es auch keine EU-Förderung aus TEN- Mitteln für prioritäre Verkehrsprojekte, unter die kürzlich auch die Donau von Rat und Europäischen Parlament gereiht wurde", erklärte Kukacka

Von einem negativen Ausbaudruck auf andere Donaustaaten zu sprechen, sei an Hand der geplanten Maßnahmen nicht nachvollziehbar. Es handle sich vielmehr um ein innovatives und vorbildliches europäisches Leitprojekt, dass eine Win-Win Situatiuon für Ökologie und Schifffahrt darstelle und deshalb das als Vorbild ähnlicher Vorhaben gelten könne, schloss Kukacka.

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