Spitalsaffäre geht weiter: Gebärmütter aus Umsatzgründen entfernt?

Nicht erklärbare Steigerungen bei OPs in Ostösterreich: Staatsanwaltschaft Graz ermittelt in mehreren Spitälern.

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, dürfte der in der Vorwoche aufgeflogene Spitalsskandal weit größere Kreis ziehen als ursprünglich angenommen. Denn mittlerweile sind auch im Bereich der operativ entfernten Gebärmütter grobe Ungereimtheiten aufgetreten. So etwa verzeichnen die Kassen im Burgenland eine Steigerung der diesbezüglichen Eingriffe um 22 Prozent, in Niederösterreich wurden 21 Prozent mehr Gebärmütter entfernt als im Vergleichzeitraum des Vorjahres und in der Steiermark immerhin noch 16 Prozent.

Der Verdacht liegt nahe, dass es sich in vielen Fällen um medizinisch nicht indizierte Operationen handelt. Beate Hartinger, Direktorin des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, dazu in NEWS: "Wahrscheinlich die Folge des wirtschaftlichen Drucks, der auf den Spitälern lastet."

Als erste Reaktion auf diese extremen Anstiege werden nun akribisch alle durchgeführten Operationen auf die Plausibilität der Fallzahlen überprüft. Kurioserweise ist das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Graz mit 355 einschlägigen Operationen Spitzenreiter in ganz Österreich. Sogar das Wiener AKH liegt mit 302 solcher Operationen weit hinter dem Krankenhaus in Graz.
Besonders auffällig ist der landesweite Anstieg in der Altergruppe der Frauen zwischen 45 und 49 Jahren.

Und: Obwohl dem Gesundheits- wie auch dem Finanzministerium diese Zahlen gemeldet wurden, ist bisher nichts geschehen. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Graz in der Causa.

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