Haider in NEWS: "Ich wäre der bessere Innenminister."

Der Kärntner Landeshauptmann fordert den Rücktritt von Innenminister Ernst Strasser, attackiert Kanzler Schüssel frontal und nennt die Kammern "Blutsauger der Demokratie".

Wien (OTS) - In einem Interview mit der Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS nennt der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider Innenminister Ernst Strasser einen "Ankündigungsriesen, aber Durchführungszwerg." Er sei ein "Herz-Jesu-Politiker, der mit dem Rosenkranz in die Kirche rennt, wenn er einen Illegalen abschiebt, um beim lieben Gott Abbitte zu leisten. Noch im Frühjahr hat er verkündet, dass wir das strengste Asylgesetz Europas haben, im Herbst ist es leider das liberalste."

Strasser habe aus seiner Sicht, "kein Vertrauen mehr, weder bei der Exekutive noch bei der Bevölkerung. Stoiber hätte ihm in Bayern schon längst einen Spitz gegeben." Der Kanzler habe wahrscheinlich nicht die Kraft um ihn abzulösen, "weil auch er die katholischen NGO's im Rücken hat und Angst hat, exkommuniziert zu werden. Er ist ja auch gerne gut mit der Amtskirche. Alle Umfragen bescheinigen uns die höhere Kompetenz in Sachen Ausländerpolitik: Ich wäre der bessere Innenminister." Ein FP-Staatssekretär bei Strasser sei zu wenig: "Ich will einen anderen Innenminister."

Denn es komme laut Haider noch hinzu, dass der Innenminister so umfärbe, dass das "mit Parteibuchwirtschaft nichts mehr zu tun hat. Das ist der totale Durchgriff einer politischen Partei, die systematisch, wie in einem autoritären Regime, alle, die nicht 100 Prozent verlässlich sind, ersetzt. Ich bekomme etwa als Kärntner Landeshauptmann vom Innenminister eine Weisung zur Besetzung eines Gendarmeriepostens ohne jedes Objektivierungsverfahren. Das ist eine rechtswidrige Weisung, die ich nicht befolge."

FP-Chef wolle er, Haider, nicht werden, auch wenn er sich nun, falls der Koalitionsausschuß seinen Forderungen nicht folge, an die Spitze einer unabhängigen Plattform für ein Asyl-Volksbegehren ("Da werden sich noch alle wundern") setzen wolle: "Wir können auch so in Österreich viel verändern. Bis hin zur Eindämmung der beruflichen Interessensvertretungen. Zwangsmitgliedschaften in Kammern sind wie im Mittelalter. Da machen sie einen großen Konvent (zur Verfassung, Anm.), und die Blutsauger der Demokratie werden weiterhin vom Topf des Steuerzahlers genährt."

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