Weltaidstag - Scheele: Besonders Frauen der Dritten Welt betroffen

Übertragung eng an sexuelle und reproduktive Rechte gekoppelt

Wien (SK) Anlässlich des heutigen Weltaidstages betont die für Entwicklungspolitik zuständige SPÖ-Europaabgeordnete Karin Scheele, dass 90 Prozent der mit HIV infizierten Menschen in den Entwicklungsländern leben. "Krisenregion Nummer eins ist nach wie vor das südliche Afrika, wo mehr als 25 Millionen Menschen unter dem Immunschwäche-Virus leiden. 57 Prozent der Infizierten sind Frauen und Mädchen", so Scheele heute gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Darüber hinaus würden Frauen die Hauptlast der Epidemie tragen:
"Großmütter müssen für die Aids-Waisen sorgen, Ehefrauen pflegen die Erkrankten in den Familien und Mädchen werden aus der Schule genommen, wenn die Mütter mit der Situation alleine nicht mehr fertig werden." ****

Europaweit wächst der Anteil der Infektionen durch heterosexuelle Kontakte. Nach Infektionswegen betrachtet waren 2003 etwas mehr als 40 Prozent aller neu diagnostizierten AIDS-Fälle in der erweiterten EU auf heterosexuelle Kontakte, etwa 30 Prozent auf intravenösen Drogengebrauch und knapp 20 Prozent auf homo- bzw. bisexuelle Kontakte zurückzuführen. Andere Infektionswege, etwa Mutter-Kind-Übertragung, Bluttransfusionen und Hämophilie/Gerinnungsstörung machten acht Prozent des Gesamtwerts aus.

In Österreich liegt die tatsächliche Zahl der mit dem HIV-Virus lebenden Menschen schätzungsweise zwischen 9.000 und 15.000. "Das ist im internationalen Vergleich zwar gut, trotzdem muss man die Entwicklung bei den Neuinfektionen genauestens im Auge behalten, weil Im Durchschnitt jährlich rund 400 HIV-Infektionen stattfinden. Das sind ein bis zwei Neuinfektionen täglich", betont Scheele.

Die Verbreitung von HIV/AIDS habe stark mit Vernachlässigung der Reproduktiven Gesundheit zu tun. "Der Europäischen Union fällt eine Führungsrolle zu, wenn es darum geht, dass dieses Thema auf der internationalen Tagesordnung bleibt", so die Europaabgeordnete. "Als die US-Regierung 2001 ihre Beiträge zum Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen strich, hat die EU-Kommission unverzüglich die finanzielle Lücke geschlossen. Ich setze mich im Europäischen Parlament dafür ein, dass die EU weiterhin eine fortschrittliche Rolle spielt", schloss Scheele. (Schluss) ps/mp/mm

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