KEIN ENTKOMMEN FÜR ALKOLENKER

KfV-Versuch zeigt: Alkovortestgeräte ermöglichen zehnmal höhere Kontrolldichte als herkömmliche Verfahren - ohne personellen Mehraufwand

Wien (OTS) - Statistisch gesehen herrschen für Alkolenker hierzulande paradiesische Zustände. "Blau hinterm Steuer" wird zwar -sofern man erwischt wird - hart geahndet, die Wahrscheinlichkeit, unentdeckt zu bleiben ist jedoch erschreckend hoch: Denn derzeit müssen Herr und Frau Österreicher durchschnittlich nur alle 33 Jahre ins Röhrchen blasen - ein Freibrief für all jene, die dann und wann gerne tiefer ins Glas blicken und sich trotzdem hinters Steuer setzen. Mit einer einzigen Schlüsselumdrehung riskieren viele Trinkfreudige ihr eigenes und das Leben anderer. Schlimmer noch: Die häufigsten Unfallopfer sind nicht die Alkolenker selbst, sondern andere Verkehrsteilnehmer, die völlig unschuldig "zum Handkuss" kommen. Tödliche Selbstüberschätzungen in puncto Fahrtauglichkeit kosteten alleine im vergangenen Jahr 84 Menschen das Leben - die Dunkelziffer der durch Alkohol am Steuer Getöteten wird auf das dreifache geschätzt. Weit mehr Personen (4.020) wurden 2003 bei Fahrmanövern in Trunkenheit verletzt.

"Verkehrsopfer, die man durch effektivere Kontrolle vermeiden könnte", weiß Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Ein aktueller Versuch des KfV zeigt: Der Einsatz von Alkovortestgeräten erhöht die Kontrolldichte der Polizei bei gleichen Personalressourcen um mehr als das zehnfache. Thann:
"Während der Alkomat nur im Verdachtsfall zum Einsatz kommt, ermöglicht das Vortestgerät eine flächendeckende Alkoholkontrolle in Sekundenschnelle." Das bedeutet: Verkehrskontrollen sollten zukünftig automatisch mit Alkoholtests gekoppelt werden - bei einem erhöhten Wert käme der bewährte Alkomat zum Einsatz. "Ein erheblicher Sicherheitsgewinn für alle Straßenverkehrsteilnehmer", resümiert Thann.

Mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen!

Der aktuelle Entwurf der StVO-Novelle 2004 schafft erstmals die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz der praktischen Vortester, der bereits seit längerem von KfV und BMVIT empfohlen wird. Das KfV fordert daher ein rasches Inkrafttreten des Gesetzesentwurfs sowie Ankauf und flächendeckende Nutzung der Geräte. Thann: "Durch den gezielten Einsatz bei jeder Verkehrskontrolle könnten 'schwarze Schafe' wesentlich sicherer aufgespürt werden. Die effiziente Umsetzung dieser Maßnahme würde jährlich 50 bis 100 Menschen das Leben retten!"

Schnell - handlich - zuverlässig: durchwegs gute Noten für Vortestgeräte

Der KfV-Versuch zeigte deutlich: Sowohl Fahrzeuglenker als auch Polizeibeamte bewerteten die handlichen Vortester durchwegs positiv. Vor allem die sekundenschnelle Messung und die einfache Handhabe brachten Sympathiepunkte. Bereits im Jahr 2002 sprachen sich im Rahmen einer Umfrage 70 Prozent aller Befragten für eine verstärkte Überwachung von Alkohollenkern und 50 Prozent für den Einsatz von Vortestgeräten aus.

Auch das gängige Gegenargument, die Messergebnisse der Vortester seien zu ungenau, wurde bereits widerlegt (Vergleichsmessung "Land Oberösterreich Verkehr"): Null Promille werden sowohl von Alkomat als auch von Alkovortestgerät fehlerfrei erkannt. Bei höheren Werten kam es zu einem Messunterschied von maximal 0,09 Promille. "Für den Lenker hätte diese Abweichung jedoch keine Konsequenzen, denn über eine Strafe würde in jedem Fall ein Alkomat- oder Bluttest entscheiden", so Thann.

Fazit: Der Einsatz der Vortestgeräte hätte für alle Beteiligten nur Vorteile - allen voran ein deutliches Sicherheitsplus durch effektivere Kontrolle.

Wien, 01.12.2004

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