ÖGB-Leutner: Telekom-Verkauf rüttelt an Grundfesten der Infrastruktur

Alle ÖsterreicherInnen büßen die Verscherbelungspolitik der Regierung

Wien (ÖGB) - "Information und Kommunikation sind die Ecksteine einer modernen Gesellschaft. Das wird jeder Experte der Regierung bestätigen. Wenn diese jetzt die Telekom verscherbelt und sich nicht verpflichtet, wenigstens eine Sperrminorität zu behalten und künftig bei Kapitalerhöhungen mitzuziehen, handelt sie bewusst fahrlässig und rüttelt an den Grundfesten der heimischen Infrastruktur", gibt Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB, angesichts der kommenden Freitag stattfindenden ÖIAG-Aufsichtsratssitzung zu bedenken. Dort könnte nach dem vorangegangenen Verkaufsdebakel an die Swisscom nun bereits ein neuer Käufer präsentiert werden. ++++

"Es spricht gegen jegliche wirtschaftliche Logik, ein erfolgreiches und im Aufwind befindliches Unternehmen, das hervorragende Bilanzzahlen aufweist, Analysten-prognosen deutlich übertrifft und derzeit im Ausland auf Einkaufstour ist, zu verkaufen", sagt Leutner in Richtung der sich so wirtschaftsorientiert gebenden Regierung. "Kein verantwortungsvoller Kaufmann würde so handeln."

Die Telekom Austria sei eines der wichtigsten heimischen Infrastruktur-unternehmen des Landes und von enormer Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Österreich. "Dieses Unternehmen darf nicht für die kurzfristige Schönung des aus den Fugen geratenen Budgets verscherbelt werden. Es muss mindestens eine Garantie für eine Sperrminorität geben sowie für das Mitziehen bei künftigen Kapitalerhöhungen, damit die ÖIAG nicht unter die 25-Prozent-Marke fällt", fordert Leutner, der sonst die Rolle der Staatsholding als stabiler Kernaktionär gefährdet sieht. (fl)

ÖGB, 1. Dezember 2004 Nr. 795

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