Mitteleuropäische Biomassekonferenz 2005 macht Bioenergie neuen EU-Mitgliedern schmackhaft

Vom 26. bis 29. Jänner 2005 im Messe Center Graz

Wien (OTS) - Die neuen EU-Mitgliedsländer haben einen großen Aufholbedarf, was den Bioenergieeinsatz anbelangt. Die "Mitteleuropäische Biomassekonferenz 2005" ab dem 26. Jänner in Graz soll dazu beitragen, dass den neuen Ländern entsprechendes Know-how weitergegeben wird. Gleichzeitig will man durch die dreitägige Konferenz, zu der rund 600 Teilnehmer erwartet werden, die wirtschaftlichen und politischen Kontakte im Bereich Bioenergie europaweit vertiefen, erklärte der Vorsitzende des Österreichischen Biomasse-Verbandes, Heinz Kopetz. Als besondere Gäste werden der mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnete Forscher Carlo Rubbia und Alternativ-Nobelpreisträger Hermann Scheer aus Deutschland erwartet. Lebensminister Josef Pröll wird als politischer Vertreter Österreichs an der Konferenz teilnehmen.

Die EU-Mitgliedstaaten haben klare Ziele für erneuerbare Energie bis zum Jahr 2010, die nicht leicht zu erfüllen sind: Ein EU-weiter Anteil von 12 Prozent am Bruttoinlandsenergieverbrauch, einen Anteil von 22 Prozent für ""grünen Strom" und einen Anteil von 5,75 Prozent für Biotreibstoffe. Europaweit liegt aber beispielsweise der Biotreibstoffanteil derzeit nur bei 0,3 Prozent.

"Um diese Vorgaben zu erreichen, müssen auch von den neuen Mitgliedstaaten aus Süd- und Osteuropa gezielte Anstrengungen werden", so Kopetz und Co-Veranstalter Fritz Unterpertinger. Ein Schwerpunkt des Grazer Meetings, das in sechs Sprachen übersetzt wird, sei daher die Biotreibstoffproduktion - und der Transfer von österreichischem Know-how in die neuen EU-Staaten.

Auch bei der Ökostromerzeugung muss nach EU-Vorgaben bis 2010 heftig zugelegt werden: "Im Durchschnitt der EU-25 muss die Ökostromproduktion von derzeit rund 13 Prozent auf 21 Prozent ausgebaut werden", schilderte Kopetz. Dabei habe jeder Mitgliedstaat einen individuellen Zielwert, der für Tschechien eine Verdoppelung des bisherigen Ökostromanteils von derzeit rund 3,8 auf 8 Prozent bedeute. Polen muss den Ökostromprozentsatz mehr als vervierfachen (von 1,6 auf 7,5 Prozent).

Aber auch die alten EU-Länder hätten einen Aufholbedarf: Dänemark muss den Ökostromanteil von 8,7 auf 29 Prozent mehr als verdreifachen. Und die österreichischen Werte sollen von derzeit 70 auf 78 Prozent gesteigert werden. "Wir haben so einen hohen Ausgangswert auf Grund der Wasserkraft, den Zielwert werden wir aber nur durch kräftigen Ausbau der Biomasse und Windenergie erreichen", schätzt Kopetz.

"Der größte Umbruch bei der Energieversorgung wird in Europa bei der Wärmeversorgung erwartet", betonte Kopetz. Da die fossilen Energieträger knapper und immer teurer würden, gehe die Entwicklung ganz klar in Richtung Wärme aus Biomasse und Solarenergie, zeigte sich der Biomasseverband-Sprecher überzeugt.

Österreichische Unternehmen seien bei der Heizungstechnologie wie Pellets-, Hackschnitzel- und Scheitholzheizungen sowie bei Biomassefernwärmeanlagen europaweit technologieführend. In den neuen Mitgliedsländern sei das Potenzial zur Umrüstung von fossiler Heizung auf moderne Biomasseanlagen "sehr groß" und der Bedarf "entsprechend hoch", rechnen sich Kopetz und Unterpertinger Chancen für heimische Firmen aus.

Für die Durchführung der Veranstaltung ist das Organisationsquartett Ernst Scheiber, Josef Plank, Horst Jauschnegg und Stephan Grausam, alle vom Österreichischen Biomasse-Verband, verantwortlich.

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