"Weltjournal" am 1. Dezember: Die Sehnsucht der Ukraine nach dem Westen

Und: Afghanische Frauen, die sich selbst verbrennen

Wien (OTS) - Der Streit um das Wahlergebnis droht die Ukraine -
das zweitgrößte Land Europas - zu spalten. Im Osten, wo die Schwerindustrie konzentriert ist, leben die meisten Russen. Sie haben mehrheitlich für Janukowitsch gestimmt, der ihnen eine enge Bindung an Russland garantiert. Die Westukraine drängt in die entgegengesetzte Richtung. Teile des Landes gehörten zur ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie, die Menschen fühlen sich Europa zugehörig. Sie haben für Juschtschenko gestimmt und fordern eine klare Westorientierung. Katinka Nowotny berichtet für das "Weltjournal" - am Mittwoch, dem 1. Dezember 2004, um 22.35 Uhr in ORF 2 - über die Volksbewegung in Lwiw, dem ehemaligen galizischen Lemberg.

Deutschland: Das Leben in zwei Welten

Nach den Ereignissen in Holland prüfen jetzt viele europäische Staaten kritisch ihre Integrationspolitik. Auch im als besonders liberal geltenden Berlin wird jetzt Kritik laut: Integration werde immer mehr verweigert - von beiden Seiten. Moslemische Schülerinnen ziehen sich - unter dem Druck religiöser Fundamentalisten - immer mehr von gemeinsamen Schulaktivitäten wie Sport und Ausflügen zurück. Die liberale Anwältin Seyran Athes ist selbst einem Mordanschlag nur knapp entgangen. Sie beschuldigt die Politik unter dem Vorwand der Toleranz, zu wenig gegen Radikalismus und Unterdrückung in der islamischen Bevölkerung in Deutschland zu unternehmen. Birgit Schwarz berichtet über die Auseinandersetzung im Berliner Viertel Neukölln-Nord, wo jeder dritte Bewohner ein Moslem ist.

Afghanistan: Die Flucht in die Flammen

Trotz der fortschreitenden Demokratisierung des Landes ist die Lage der Frauen in der patriarchalischen Gesellschaft Afghanistans dramatisch: Vor allem auf dem Land werden Frauen nicht als selbstständige Menschen anerkannt, sie werden gegen Entgelt zwangsverheiratet und stehen unter starkem sozialem Druck, ihrer Familie "keine Schande zu machen". In ihrer Verzweiflung sehen immer mehr afghanische Frauen im Tod den einzigen Ausweg und verbrennen sich selbst. Allein in Herat wird täglich eine Frau mit schwersten Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert. Polly Hyman hat für das "Weltjournal" die Frauen von Herat besucht. Die Bilder ihrer Reportage sind extrem schockierend. Dr. Edith Schlaffer ist Mitbegründerin der Hilfsorganisation "Frauen ohne Grenzen" und beschäftigt sich seit Jahren mit den Problemen der Frauen in Afghanistan. Sie analysiert live im Studio die Situation.

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