Sallmutter zu Chefarztpflicht: Befürchtungen des Hauptverbandes ernst nehmen

PatientInnen dürfen nicht die Zeche für drohende finanzielle Belastungen tragen

Wien (GPA/ÖGB) - "Die Gesundheitsministerin wäre gut beraten, die Befürchtungen der ExpertInnen aus dem Hauptverband ernst zu nehmen und die geplante Übergangsregelung bis zur Einführung der e-card noch einmal zu überdenken", äußerte sich der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Hans Sallmutter, zur aktuellen Diskussion rund um die Chefarztpflicht.++++

Grundsätzlich sei eine Vereinfachung der chefärztlichen Verschreibepraxis für die PatientInnen ein Gebot der Stunde. "Ich glaube aber nicht, dass die Verantwortlichen in der Sozialversicherung ihre Befürchtungen aus Jux und Tollerei geäußert haben", so Sallmutter.

"Wenn es stimmt, dass durch diese befristete Maßnahme eine Ausgabensteigerung für die Sozialversicherung in der Größenordnung von 200 Mio. Euro droht, dann ist zu befürchten, dass die PatientInnen über Umwege die Zeche für diese Maßnahmen in Form neuer Belastungen zu tragen haben. Es droht außerdem, dass vor allem ausländische Pharmakonzerne von der neuen Situation profitieren, indem sie verstärkt teurere Medikamente vermarkten. Ich appelliere daher dringend an die verantwortlichen Gesundheitspolitiker, noch einmal über die Form des vorübergehenden Wegfalls der Chefarztpflicht nachzudenken", schließt der GPA-Vorsitzende.

ÖGB, 30. November
2004
Nr. 793

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