Ehrensache "Schauplatz Gericht": Zwischen Kränkungen und sonstigen Beleidigungen

Wien (OTS) - Viele Streitigkeiten vor Gericht sind für einen Außenstehenden nicht erklärbar. Wegen Kleinigkeiten wird mit ungeheurem emotionalem und finanziellem Einsatz prozessiert. Im Hintergrund stehen meist ganz andere Gründe - Kränkungen, Beleidigungen und verletzte Ehre. Fünf derartige Fälle hat die Redaktion von "Schauplatz Gericht" - Peter Resetarits und Ludwig Gantner - beobachtet. Den "Schauplatz Gericht" mit vielen Fragen um die Ehre zeigt ORF 2 am Freitag, dem 3. Dezember 2004, um 21.20 Uhr.

Ein Motorrad im Wartezimmer

Ein Ottakringer Hausherr wird von einem Mieter im Stiegenhaus beschimpft, weil er ihn angeblich nicht zurückgegrüßt hat. Der Vorfall löst eine Kette von gerichtlichen Streitigkeiten aus, in denen es um nackte Rheumapatienten, feuchte Wände, orangefarbene Sonnenbrillen, die Lehre des Buddha, die bessere und die andere Gesellschaft sowie eine Hündin namens Susi drei geht. "Eine sehr spannende Geschichte, interessante Menschen und Unterschiede des sozialen Milieus stehen im Mittelpunkt", so Gestalter Ludwig Gantner. Der Wohnungseingang des Mieters ist direkt im Wartezimmer des Arztes. "Sauerkrautgeruch dringt aus der Wohnung in die Arztpraxis. Einmal soll der Mieter sogar mit dem Motorrad ins Wartezimmer eingefahren sein, während da Patienten mit Bademänteln herumgehen", so Gantner.

Streitbare Burgenländerinnen

Hat Frau B. eine Autofahrerin angegrinst und ihr dann mit einem Schlüssel einen Kratzer ins Auto gemacht? Diese Frage sollte sich zu einem nervenaufreibenden Konflikt zwischen zwei Burgenländerinnen entwickeln. Ludwig Gantner: "Eigentlich wollte die eine Dame die andere nur freundlich anlächeln, sagt sie - die andere hat sich jedoch angegrinst gefühlt. Hier wurde aus einer Mücke ein Elefant gemacht."

Hat er Schüler seinen Lehrer tatsächlich k. o. geschossen?

Der Wiener Hauptschüler P. hat mit seinem Turnlehrer zahlreiche Konflikte. Hat er ihn tatsächlich mit einem Fußball k. o. geschossen oder hat sich der Turnlehrer nur theatralisch fallen lassen? "In dieser Schule geht es ziemlich rau zu", so Gantner. Zum Fall: "Der angeschossene Lehrer hat sich angeblich fallen lassen. Bei einem vom Gericht angeordneten Lokalaugenschein in der Turnhalle musste der Schüler den Lehrer noch einmal anschießen - der Schuss ging daneben."

Matura im Kammerl plus Ehrenerklärung

Schüler W. aus Klagenfurt wiederum ist bei der Chemiematura durchgefallen und hat seine Vorwürfe gegen den Professor öffentlich kundgetan. Kann er dafür gerichtlich belangt werden? Gantner: "Die Matura soll hier angeblich im Kammerl abgenommen worden sein, sagen die Schüler. Der Lehrer verlangte auf Grund dieser Behauptung von den Schülern eine Ehrenerklärung, was sie auch taten. Heute studiert der ehemalige Schüler W. Jus in Wien."

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