ÖAMTC fordert Umdenken beim angedachten Partikelfilter-Malus

Club sieht Nachjustierung beim Bonus-Malussystem aufgrund der Marktsituation als Gebot der Stunde

Wien (ÖAMTC-Presse) - Vor der morgigen Finanzausschuss-Sitzung kritisiert der ÖAMTC das vorliegende Bonus-Malus-System für Fahrzeuge mit und ohne Partikelfilter. "Der Bonus ist zwar mit 300 Euro niedriger als ursprünglich vom Club mit 600 Euro gefordert. Die Einführung eines Malus, der ab 1. Juli für Neuwagen ohne Partikelfilter zu bezahlen wäre, ist aber nicht zu akzeptieren. Es kommt einer Bestrafung der Autofahrer gleich", kritisiert Mario Rohracher, der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung. Will man schon auf einem Malus beharren, plädiert er für die Verschiebung der Einführung um mindestens ein halbes Jahr, um der Autoindustrie eine Chance zu geben, ausreichend Modelle mit Partikelfilter anzubieten.

Rohracher untermauert seine Kritik mit Fakten vom Markt: Derzeit beschränkt sich das Angebot an Fahrzeugen mit Partikelfiltern in erster Linie auf leistungsstarke Pkw der oberen Klassen. Die Autoindustrie ist daher gefordert, auch zulassungsstarke und beliebte Klein- und Mittelklassemodelle so rasch wie möglich nur mehr mit Partikelfiltern anzubieten. Das Angebot am Fahrzeugmarkt wird sich zwar bis zum angedachten Zeitpunkt der Einführung eines Bonus-Malussystems erweitert haben, aber noch nicht ausreichend sein. Somit hat der Konsument das Nachsehen, weil die Wahlmöglichkeit für viele Modelle speziell im Kleinwagensegment nicht gegeben sein wird.

Das geplante Förderungsmodell wird die Marktentwicklung nach Ansicht des Clubs wesentlich beschleunigen. Die ursprünglich vom ÖAMTC gewünschte Förderhöhe von 600 Euro hätte diese Entwicklung allerdings schneller vorangetrieben als die nun geplanten 300 Euro.

Beispiele aus dem Ausland zeigen anschaulich, dass es auch echte Fördermodelle gibt. Zum Beispiel wird es in den Niederlanden ab 1. Jänner 2005 ein Partikelfilter-Fördermodell ohne Malus geben. In Deutschland will man ebenfalls im nächsten Jahr fördern. Angedacht ist dort eine Förderhöhe von 600 Euro, ebenfalls ohne Malus.

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ÖAMTC-Pressestelle/Sabine Fichtinger

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