Unabhängige GewerkschafterInnen (UG) in der GÖD: "Es gibt eine Alternative zu FCG und FSG!"

So viele unabhängige Kandidaturen wie noch nie. Kritik an Pensionsharmonisierung und Gehaltsabschluss.

Wien (OTS) - "Die Zahl der UG-Kandidaturen hat sich im Vergleich
zur letzten Personalvertretungswahl beinahe verdoppelt, " freut sich Richard Koller, Bundesvorsitzender der Unabhängigen GewerkschafterInnen in der GöD (UGöD). "Damit gibt es auf vielen Ebenen nun erstmals eine Alternative zu den Parteifraktionen FCG und FSG".

Zugewinne erhofft sich die UGöD nicht zuletzt aufgrund des Verhandlungsergebnisses zur Pensionsharmonisierung und zum Gehaltsabschluss. "Von einem Verhandlungserfolg kann wohl kaum die Rede sein. Beamte zahlen nach wie vor höhere Pensionsbeiträge, kennen keine Höchstbeitragsgrundlage, eine Angleichung des Pensionsalters von Beamtinnen an jenes der ASVG-Versicherten wurde ebenfalls nicht erreicht," so der Vorsitzende. Zwar seien mit der Harmonisierung verbundene Verschlechterungen abgemildert worden. "Doch gibt es weder bei der Pensionskasse noch beim neuen Gehaltsschema konkrete Vorschläge oder Vereinbarungen. Das sind einmal Potemkinsche Dörfer." Besonders gravierend sehen die Unabhängigen GewerkschafterInnen die Pensionsformel 65/45/80.

Diese Formel, die nicht zuletzt vom ÖGB geschaffen wurde, treffe insbesondere Frauen, sowie Beschäftigte mit längeren Ausbildungszeiten - unabhängig ob vor oder während des Berufseinstiegs. Dass es keine Anrechnung von Ausbildungszeiten gibt und unterschiedliche Einkommensverläufe von Männern und Frauen keine Berücksichtigung gefunden haben sind für die UGöD die schwersten Sündenfälle dieser Pensionsreform. "Diese Verluste können durch keine Pensionskasse abgefedert werden. besonders Jüngere sind betroffen. Der ÖAAB hätte es in der Hand gehabt, durch eine Ablehnung der Pensionsreform im Parlament diese zu Fall zu bringen und damit einen Neustart der Verhandlungen zu erzwingen. Diese Chance wurde klar vertan. Parteipolitik zählt scheinbar mehr, als ArbeitnehmerInnenpolitik," kritisieren die Unabhängigen GewerkschafterInnen die schwarze Fraktion.

Wenig Freude hat die UGöD auch mit dem von den rot-schwarzen GÖD-Spitzen ausverhandelten Gehaltsabschluss. "Angesichts realer Lohnverluste in den letzten Jahren einen Gehaltsabschluss von 2,3 % -unter der Inflationsrate liegend - als Erfolg zu feiern, ist schon eine besondere Leistung. Wer mit diesen Ergebnissen nicht zufrieden ist, hat jedenfalls bei dieser Personalvertretungswahl die Gelegenheit ein klares Zeichen zu setzen," schließt Koller.

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Richard Koller, UGöD-Vorsitzender
Tel.: 0664/410 54 91

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