ARBÖ: Partikelfilter lösen nur kleinen Teil der Feinstaub-Problematik

Geplantes Bonus-Malus-System bringt keine Änderung des Status-Quo Wien (OTS) - Der ARBÖ sieht in der geplanten Förderung von Partikelfilter für Diesel-Pkw ("Bonus") zwar einen richtigen und wichtigen Schritt, lehnt jedoch den geplanten "Malus" auf die Normverbrauchsabgabe (NoVA) ab, solange die entsprechenden Pkw-Modelle nicht in ausreichender Zahl angeboten werden.

Der ARBÖ verweist gleichzeitig auf die Tatsache, dass Partikelfilter für Pkw nur einen kleinen Teil der Feinstaub-Problematik lösen. Denn Feinstaub hat viele Ursachen (siehe Graphik) wie der ARBÖ in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt klar stellen konnte.

In Österreich fallen jährlich 47.250 Tonnen Feinstaub an (PM 10), wobei als Feinstaub alle Klein-Partikel mit einem Durchmesser von unter 10 Mikrometer definiert werden. Man muss zwischen zwei großen Gruppen von Feinstaub unterscheiden, die unterschiedliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben: solche die aus Verbrennungsprozessen entstehen (in der Graphik, rechts), also aus Kaminen, Schloten und Auspuff kommen und solchen, die durch Staub bzw. Aufwirbelung zustande kommen (in der Graphik links).

Alle Diesel-Pkw zusammen produzieren 2542 Tonnen Feinstaub, also 11,7 Prozent des durch Verbrennung entstandenen Feinstaubs (21.697 Tonnen). Gemessen am gesamten Feinstaubvolumen entfallen auf Diesel-Pkw 5,3 Prozent.

Betrachtet man den durch Verbrennung entstehenden Feinstaub, so springt ins Auge: Dreimal soviel Feinstaub als durch Diesel-Pkw entstehen durch Kleinverbraucher (Heizung). Mehr Rußpartikel als Diesel-Pkw schleudern Industrie und die in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzten Fahrzeuge und Maschinen in die Luft. Und annähernd gleich viel Partikel wie Diesel-Pkw produzieren Diesel-Lkw.

An diesen Verhältnissen, am Status quo, ändert das von der Regierung geplante Bonus-Malus-System nichts. Denn dieses setzt ausschließlich beim Pkw- Neuwagenkauf an und lässt den Altbestand unberührt. Nur wer sich ab Juli 2005 einen Neuwagen kauft, soll den Malus (höhere NoVA für Autos ohne Partikelfilter) schlucken oder soll den Bonus lukrieren (weniger NoVA für Autos mit Partikelfilter) können. Das Problem dabei: lediglich 20 Prozent der Modelle werden mit Partikelfilter angeboten. Vor allem die kleineren Autos sind partikelfilterlos, während die größeren Autos eher damit ausgestattet sind. Folge: Den Malus von 150 Euro hinnehmen werden müssen vor allem Autokäufer mit einer kleineren Brieftasche, die sich ein Ausweichen auf teurere Modelle kaum leisten können.

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