Rumänien geht den Weg nach Europa konsequent weiter

Koren: Für die Wirtschaft bleibt es auch nach den Wahlen in Rumänien spannend - Bilateraler Handel boomt, Österreich ist größter Auslandsinvestor

Wien (PWK873) - "Rumänien hat jetzt gerade spannende Tage - wie immer vor und nach Wahlen - hinter sich, für die Wirtschaft geht es aber spannend weiter", sagt Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ, "denn Rumänien ist eines der interessantesten Reformländer des ehemaligen Ostblocks und bietet unglaublich viele Chancen und Möglichkeiten der bilateralen Kooperation." Österreich nütze das Potenzial des rumänischen Marktes bereits jetzt hervorragend, wie die Ex- und Importzahlen eindrucksvoll belegen, so Koren weiter.

Im Vorjahr machte das Exportplus 24,9% aus und auch heuer wird diese hohe Wachstumsniveau gehalten. Alleine in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres machte der Exportzuwachs gegenüber der Vorjahresperiode bereits 21,4% aus (Volumen: 854 Mio Euro). Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sind aber keine Einbahnstrasse -auch die Importe aus Rumänien steigerten sich im selben Zeitraum um 19,7% auf 481 Mio Euro. Hervorzuheben sind auch die hervorragenden Wirtschaftsprognosen für Rumänien. Nachdem das Land im vergangenen Jahr eine der höchsten Wirtschaftswachstumsraten Europas eingefahren hatte, stehen die Zeichen für heuer ebenfalls auf Rekordwachstum. Experten rechnen mit einem BIP-Plus des 20-Millionen-Einwohner-Marktes von knapp über acht Prozent.

"Für den Weg Rumäniens nach Europa war der Wahlausgang nur zweitrangig, da sowohl Regierungsparteien als auch Opposition von diesem Weg nicht abweichen wollen", sagt Walter Friedl, österreichischer Handelsdelegierter in Bukarest. Der größte wirtschaftspolitische Unterschied der zwei wahlwerbenden Gruppierungen offenbarte sich darin, dass die Opposition eine Flat-Tax für Rumänien einforderte. Im Privatisierungsbereich stehen in jedem Fall mit dem geplanten Verkauf der zwei größten rumänischen Banken zwei Megadeals an. Friedl: "Den größten Coup im rumänischen Privatisierungsplan hat aber heuer die OMV gelandet." Die OMV übernahm im Juli die rumänische Petrom (Erdöl- und Erdgasförderung, Raffinerien, Tankstellennetz, Petrochemie). Es war die bisher größte Auslandsinvestition eines österreichischen Unternehmens und zugleich die größte in Rumänien vom Ausland aus getätigte Investition. Damit haben österreichische Unternehmen seit 1990 bereits rund drei Milliarden Euro in Rumänien investiert, was Platz 1 in der Auslandsinvestoren-Rangskala bedeutet. Der zweitgrößte österreichische Investor in Rumänien ist die RZB. Insgesamt sind über 3.000 Firmen mit österreichischer Kapitalbeteiligung in Rumänien registriert.

Große Chancen für österreichische Unternehmen in Rumänien sieht Friedl vor allem im Bereich Infrastruktur: "Gerade in diesem Sektor stehen in naher Zukunft viele, zum Teil EU-mitfinanzierte Projekte an." Aus diesem Grund veranstaltet die Außenhandelsstelle Bukarest im kommenden Jahr neben einer Unzahl von Seminare und Messebeteiligungen zwei Wirtschaftsmissionen nach Rumänien mit den Schwerpunktthemen "Neuinvestitionen und Infrastruktur".

Wirtschaftskennzahlen Rumänien
BIP: 2003 +4,9%; 2004 +8,1%
Inflation: 2003 14%; 2004 knapp 10%
Arbeitslosigkeit: 2004 ca. 9%
Exporte: 2003 15,3 Mrd. EUR; Importe: 2003 18,3 Mrd. EUR Auslandsschulden: 14,8 Mrd. USD
Leistungsbilanzdefizit: 5,6%
(BS)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Mag. Bernhard Salzer
Tel.: (++43) 0590 900-4464
Fax: (++43) 0590 900-263
presse@wko.at
http://wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0001