• 26.11.2004, 13:17:14
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Morak eröffnet 16. Europäisches TV- und Filmforum "Horizonte erweitern" in Wien

Morak plädiert für verstärkte Anstrengungen zur Stärkung der europäischen Content- und Kreativwirtschaft

Wien (OTS) - "'Erweiterung des Horizonts' signalisiert Aufbruch,
einen Aufbruch sowohl im Sinne der Erweiterung der EU als auch im
Zusammenhang mit medienpolitischen Entwicklungen in Europa.
Insbesondere die Frage nach dem Inhalt und den vielfältigen
Problemen in diesem Kontext sind dabei ganz entscheidend", so
Staatssekretär Franz Morak, heute, Freitag anlässlich der Eröffnung
des 16. Europäischen TV- und Filmforum.

Unabhängig, ob es sich um Kino, TV, Radio, Zeitung,
Online-Medium, Mobiltelefon usw. handelt, werde sich der Konsument
für das Angebot nur dann entscheiden, wenn er Inhalte bekommt, die
seinen Bedürfnissen entsprechen. "In diesem ungeheuer dynamischen
Umwälzungsprozess, in dem der Wettbewerb immer schärfer wird, sind
medienpolitische Rahmenbedingungen auf nationaler wie auch auf
europäischer Ebene notwendig, um Qualität zu ermöglichen", so Morak
weiter.

Morak ging in diesem Zusammenhang auf die Debatten im Rat der
Kultur- und Medienminister der EU-Mitgliedstaaten ein, wo derzeit
der Vorschlag der Europäischen Kommission für ein Nachfolgeprogramm
des MEDIA Plus Programms zu Diskussion steht. Laut Vorschlag soll
die Laufzeit des neuen MEDIA Programms sieben Jahre betragen, und
das Programm mit mehr finanziellen Mitteln dotiert werden, als die
Vorgängerprogramme. Dies sei auch notwendig, "will man die
hochgesteckten Zielsetzungen auch nur annähernd erreichen.
Zuallererst: An der ungeheuren Dominanz der US-Produktionen auf den
europäischen Kino-, TV-, Video- und DVD-Märkten zumindest etwas zu
rütteln", betonte der Staatssekretär.

Europas Stärke sei zugleich vielfach auch seine Schwäche. Die
verschiedenen Sprachen, Kulturen und nationalen Identitäten, "denen
wir die Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit diese Kontinents
verdanken", diese Stärke sei zugleich aber auch oftmals eine schier
unüberwindbare Hürde, wenn es um den Vertrieb nationaler
Produktionen in andere europäische Märkte gehe, so Morak weiter. Es
werde also notwendig sein, "dass auch das neue Programm weiterhin
auf die unterschiedlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen und
Möglichkeiten der Mitgliedsländer Rücksicht nimmt, also eine
positive Diskriminierung für kleinere Länder und ihre nicht so
wirtschaftskräftigen audiovisuellen Industrien vorsieht." Zum
anderen brauchen wir aber auch zusätzliche innovative Lösungsansätze
gerade im Zuge der Revisionsdebatte zur "Fernseh-Richtlinie" sowie
mehr Koordinierung der vielfach parallel laufenden Instrumente der
Kultur- und Content-Förderung auf Gemeinschaftsebene.

"Eine kritische Evaluierung", inwiefern die unterschiedlichen
Politiken im Rahmen der Europäischen Union der letzten Jahre - sei
es die Regulierung, das Förderungswesen, das Wettbewerbsrecht, die
Erfassung der Informationsgesellschaft genauso wie das europäisch
harmonisierte Urheberrecht - für die europäische Content-Industrie
im audiovisuellen Bereich förderlich war bzw. die richtigen Ansätze
gewählt wurden, regte Morak in diesem Zusammenhag an und kündigte
an, dass diese Fragestellung auch während der österreichischen
Ratspräsidentschaft 2006 diskutiert werden wird.
Abschließend ging der Staatssekretär auf die entsprechenden
Strategien in Österreich ein, wie den TV-Filmförderungsfonds oder
den Digitalisierungsfonds. "Denn im Interesse einer langfristig
wirksamen Stärkung des Österreichischen Medienstandorts verfolgt die
österreichische Bundesregierung eine "Content-Offensive". Daher
werde das Thema "Content und Kreativität" auch ein Schwerpunkt des
österreichischen Beitrags für den UN-Weltgipfel zur
Informationsgesellschaft im nächsten Jahr in Tunis sein.

Die Konferenz wird über den livestream der Telekom
http://multimedia.telekom.at/portal/film_und_fernsehforum
übertragen. Weitere Informationen auch unter www.eim.org

OTS0187    2004-11-26/13:17

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