- 26.11.2004, 12:39:10
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PISA-Koordinator Günter Haider warnt vor voreiligen Schlüssen
Man kann nicht sagen, weniger Stunden ist gleich schlechtere Leistungen, auf die Qualität des Unterricht kommt es an
Wien (OTS) - "Ich würde davor warnen, ohne Grundlagen für Analysen
voreilige Schlüsse zu ziehen oder zu kommentieren. Alle, die dies
jetzt machen, begeben sich auf dünnes Eis. Man kommentiert etwas, was
man eigentlich nicht kennt", stellte der österreichische
PISA-Koordinator Prof. DDr. Günter Haider zur laufenden Debatte fest.
Es gebe keine einfachen Zusammenhänge, diese seien immer komplexer
Natur. "So kann man beispielsweise nicht sagen, weniger Stunden ist
gleich schlechtere Leistungen, sondern es kommt immer auf die
Qualität des Unterrichts an", so Haider.
Die Feststellung von Professor Haider wird auch durch den
internationalen Vergleich untermauert. Selbst nach der Reduktion der
Pflichtstunden haben Österreichs Schülerinnen und Schüler deutlich
mehr Unterrichtsstunden im Jahr als ihre finnischen Kollegen. So
haben die 9- bis11-Jährigen in Finnland beispielsweise im Jahr
durchschnittlich 654 Pflichtstunden, in Österreich 807. Die 12- bis
14-Jährigen haben in Finnland im Schnitt 796 Pflichtstunden, in
Österreich um 155 mehr und damit 951 Pflichtstunden.
Bekannt ist auch, dass in Österreich gute Rahmenbedingungen für die
Schulen bestehen. Pro Volksschüler werden im Jahr 6.571 $
aufgewendet, in Finnland sind es 4.708 $. In der Altersgruppe der 10-
bis 19-Jährigen werden in Österreich jährlich pro Schüler 8.562$
investiert, in Finnland 6.537$. Allfällige Kommentare, dass in
Österreich die Zukunft unserer Kinder kaputt gespart würde, sind
haltlos.
nnn
(Schluss)
OTS0166 2004-11-26/12:39
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