50.000 (!) Patienten bei NÖ-Augenärzten bis Ende 2004

Wien (OTS) - Durch die geplanten Entscheidungen unserer Bundesregierung drohen den Österreicherinnen und Österreichern die Streichung der Zuschüsse auf Brillen und Kontaktlinsen. "Dies bedeutet eine massive finanzielle Schlechterstellung und auch nachhaltige gesundheitliche Gefahren." meinte heute Dr. Lothar Fiedler, Präsident der NÖ Ärztekammer, anlässlich der aktuellen Diskussion über die im Rahmen des Finanzausgleichs beschlossenen Einschränkungen im Gesundheitswesen.

Ärzte wissen aus ihrer täglichen Praxis am besten, wie viele Erkrankungen des Auges erst durch den Wunsch des Patienten nach einer neuen Brille oder Kontaktlinse erkannt werden. "Im Gesundheitsministerium ist man sich der wichtigen medizinischen Rolle, die der Augenarzt in diesem System einnimmt, offensichtlich nicht bewusst." meint dazu der Vorsitzende der Augenärzte Niederösterreichs, Dr. Manfred Haydn aus Zwettl. "Man ignoriert, dass durch die Untersuchung des Auges auch Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes erkannt werden und dass oft erst bei einer Brillenanpassung schwere Augenerkrankungen entdeckt werden."
Die Ärztekammer spricht sich massiv gegen die geplanten Schritte des Ministeriums einer Streichung der Zuschüsse auf Brillen und Kontaktlinsen aus und fordert die verantwortlichen, auf einer derartigen Regelung nicht die Zustimmung zu erteilen.
Um die Nachhaltigkeit und Wichtigkeit der augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung auch entsprechend in der Öffentlichkeit zu demonstrieren, haben Niederösterreichs Augenärzte daher beschlossen "Sonder-Ordinationszeiten für unsere Patienten" einzurichten und -soweit es möglich ist - noch vor Ablauf des Jahres 2004 einen Termin zu einer Augenuntersuchung, Brillen- oder Kontaktlinsenanpassung zu gewähren.

Insgesamt werden die niederösterreichischen Augenärzte so in den kommenden sechs Wochen noch mehr als 50.000 (!) Patienten in ihren Ordinationen versorgen.

Dr. Manfred Haydn: "Uns ist durchaus bewusst, dass einige Ordinationen durch die wesentlich höheren Fallzahlen in NÖ als zB in Wien bereits heute ihre Leistungsgrenze erreicht haben - und deshalb auch nicht in allen Ordinationen derartige Maßnahmen umsetzbar sein werden. Die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen wird die Sonder-Ordinationszeiten jedoch im Sinne und für unsere Patienten ermöglichen."

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