VORARLBERG IN WIEN Neues Buch im Hohen Haus vorgestellt

Wien (PK) - Nationalratspräsident Andreas Khol und Bundesratsvizepräsident Jürgen Weiss stellten heute Nachmittag im Hohen Haus das Buch "Vorarlberger in Parlament und Regierung 1848-2000" vor. An der Buchpräsentation nahm ebenso zahlreiches
wie prominentes Publikum teil, darunter Bundesministerin
Elisabeth Gehrer und Landesrat Erich Schwärzler.

Weiss eröffnete den Rednerreigen und blickte in seinen Ausführungen auf das Wirken bedeutender Vorarlberger Vertreter in Wien zurück. Bereits seit der frühen Neuzeit hätten es immer wieder Vorarlberger zu hohen und höchsten Ämtern in Wien gebracht wie beispielsweise Josef Hartmann, der 1721 Bürgermeister von
Wien wurde, oder Anton Marxer, der dortselbst Domprobst zu Sankt Stephan war.

Vor allem aber in der Ersten und Zweiten Republik habe es eine Vielzahl von Politikern gegeben, welche die Geschichte des Landes maßgeblich mitgeprägt hätten, führte Weiss weiter aus und nannte dabei unter anderen Bundeskanzler Otto Ender, Vizekanzler Jodok Fink, Finanzminister Johann Mittelberger, Unterrichtsminister
Ernst Kolb, den langjährigen Parlamentarier Pius Fink und die gegenwärtige Bildungsministerin Elisabeth Gehrer, auf deren Verdienste um das Land er entsprechend einging.

Khol erinnerte daran, dass Vorarlberger seinen eigenen Werdegang nicht unmaßgeblich begleitet hätten und verwies darauf, dass Vorarlberger in Wien außerordentlich erfolgreich gewesen seien. Besonders hob Khol dabei Gottfried Feurstein, der "mindestens 40 ASVG-Novellen mitgestaltet" habe, die Staatssekretäre Hans Bürkle und Carl Bobleter sowie Föderalismusminister Jürgen Weiss hervor. "Von Beginn der Republik haben Vorarlberger an prominenter Stelle mitgewirkt", würdigte Präsident Khol das Engagement der Vertreter des Ländle im Bund.

Autor Walter Zirker dankte den Anwesenden und allen, die am Zustandekommen dieser Publikation mitgewirkt haben. Er ging auf
die Besonderheiten des Werkes ein, dessen Details er entsprechend erläuterte, wobei er besonders auf die Rolle der Politikerinnen hinwies und zeichnete sodann in einem historischen Überblick die politische Partizipation Vorarlbergs in Wien nach.

VORARLBERGER IN PARLAMENT UND REGIERUNG

In dem vorliegenden Band "Vorarlberger in Parlament und
Regierung" werden sämtliche Politikerinnen und Politiker aufgelistet, die in der Zeit von 1848 bis 2000 in einem parlamentarischen Gremium vertreten waren. Die Palette reicht
dabei von der Frankfurter Paulskirche über den Kremsierer
Reichstag und über Abgeordneten- und Herrenhaus der Monarchie bis zu den Mandataren in National- und Bundesrat der Ersten und
Zweiten Republik.

Neben den biographischen Eckdaten (Geburtsdatum und -ort, Familienstand, Bildungsweg und Beruf) wird unter jedem Namen auch die Dauer der Mitgliedschaft zu einer gesetzgebenden Körperschaft festgehalten, weiters die Zugehörigkeit zu etwaigen Ausschüssen, die allfällige Unterstützung von Anträgen sowie jene Themen, zu denen die jeweilige Person Debattenbeiträge abgegeben hat.

Und genau an dieser Stelle offenbart sich auch ein kleiner Mangel dieses Buches. Auf biographische Porträts oder auf eine
historische Bewertung der jeweiligen Protagonisten wird zur Gänze verzichtet, wiewohl es fraglos genug Vorarlberger Politiker - man denke an Jodok Fink, der an der Wiege der Republik stand und
später als Vizekanzler amtierte, man denke an Bundeskanzler Otto Ender, Föderalismusminister Jürgen Weiss, den langjährigen VP-Sozialsprecher Gottfried Feurstein, an FP-Generalsekretär Walter Grabher-Meyer, den langjährigen FP-Sozialsprecher Werner Melter oder an den ehemaligen SP-Spitzenkandidaten und späteren Parteigründer Hans Peter Martin - gibt, mit denen inhaltlich auseinander zu setzen sich gelohnt hätte.

Zudem sind etwa die jeweiligen Reden der Mandatare nur
inhaltlich, nicht aber auch hinsichtlich ihres Datums erfasst,
was es sehr schwer macht, die jeweilige Rede in den
Stenographischen Protokollen des National- oder Bundesrates aufzuspüren. So erfordert etwa der Eintrag "Rede über den Bundesvoranschlag und das Bundesfinanzgesetz für das Jahr 1931" ohne jeden weiteren Zusatz mutmaßlich einen beträchtlichen Rechercheaufwand, um festzustellen, wann diese Rede tatsächlich gehalten und was konkret darin gesagt wurde. Noch
unübersichtlicher wird es, wenn bei einem Abgeordneten
festgehalten wird, er habe in der X. GP zum Goldmünzengesetz gesprochen. Man weiß nun zwar, dass diese Rede irgendwann
zwischen 1962 und 1966 gehalten worden sein muss, aber es hätte
den Nutzwert des Werkes doch sehr verbessert, wenn man gleich das genaue Datum und eventuell auch die jeweiligen Seitenzahlen im Protokoll zitiert.

Ebenso unbefriedigend ist es, wenn bei manchen Mandataren
jedweder Zusatz über die parlamentarische Tätigkeit fehlt, während sie bei anderen überaus penibel aufgelistet wurde. Der seinerzeitige Abgeordnete Patrick Ortlieb etwa war Mitglied in
drei Ausschüssen (Sportangelegenheiten, Unterricht und
Wirtschaft) und hielt bis zum Redaktionsschluss des Buches fünf Reden. Im Buch fehlt darauf jeder Hinweis. Hingegen ist das
Porträt des ehemaligen Landbündlers und späteren Nationalsozialisten J. Adolf Peter vollständig. Etwas mehr Stringenz hätte dem Buch mithin ebenso gut getan, wie ein Einleitungsteil, der die Problematik des Buches auch
interessierten Laien näher zu bringen imstande wäre. Mithin dennoch eine wichtige Initialzündung, auf der künftige AutorInnen vielleicht aufzubauen gewillt sind.

Das Buch "Vorarlberger in Parlament und Regierung (1848-2000)"
ist im Roderer-Verlag Regensburg erschienen, umfasst 538 Seiten
und ist im Buchhandel erhältlich. (Schluss)

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