Frais: PISA-Desaster trägt Gehrers Handschrift

Kaputtsparkurs und Stundenkürzungen führen zu schweren Bildungsdefiziten

Linz (OTS) - Die Rechnung für die Ablehnung der SP-Initiativen für mehr Förderstunden, bessere Integrationsarbeit und die Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen wird der ÖVP/FPÖ-Bundesregierung jetzt in Form der PISA-Studie 2004 präsentiert, betont SP-Klubchef Dr. Karl Frais. "Laut ersten Informationen dürfte Österreich laut PISA bei der Lesekompetenz vom mittelmäßigen zehnten Platz auf den schlechten neunzehnten Platz von insgesamt dreißig Teilnehmerländern zurückgefallen sein. Bildungsministerin Gehrer hat damit ihr Ziel, Österreich ‚lesefit‘ zu machen, klar verfehlt. Es zeigt sich, dass mit einer Politik des Kaputtsparens und der Stundenkürzungen Österreich in der Bildungsrangliste weit zurückfällt. Dringend notwendig sind daher die von der SPÖ geforderte Ausweitung des Förderunterrichts, die Verringerung der Schülerzahlen pro Klasse und die Verbesserung der Integration im Schulunterricht. Insbesondere muss den Lehrern durch zusätzliche Unterrichtsstunden die Möglichkeit gegeben werden, die Kulturtechnik Lesen bei allen Schülerinnen und Schülern zu verbessern".

Gerade der Bereich des Lesens mache angesichts der aktuellen Dynamik am medialen Sektor einen strukturellen Wandel durch, beleuchtet Frais das Problem. "Internet und Bildschirminformationen verführen den Betrachter dazu, nur Überschriften wahrzunehmen und nicht mehr ganze Texte zu erfassen. Wenn dieser Entwicklung nicht auf schulischer Ebene konsequent gegengesteuert wird, dann droht die Kulturtechnik Lesen für viele junge Menschen verloren zu gehen. Die SPÖ hat etwa im Oö. Landtag mehrfach Initiativen für die Verbesserung der Bildungssituation eingebracht, ist aber regelmäßig am Widerstand der ÖVP gescheitert", so Frais.

Neben den Schülern seien vor allem Lehrer die Leidtragenden dieser dramatischen Entwicklung. "Weil angesichts hoher Klassenschülerzahlen und mehr Schüler ausländischer Herkunft von der ÖVP/FPÖ-Bundesregierung zusätzlich noch die Schulstunden verringert wurden, sind die Lehrer vielfach vor unlösbare Aufgaben gestellt worden. Die Ergebnisse dieser PISA-Studie dürfen jetzt nicht wieder zu unsinnigen Alibiaktionen wie ‚Lesefit‘ oder zu ‚Schönfärberei à la Enzenhofer‘ führen, sondern müssen Anlass für einen umfassenden strukturellen Wandel des österreichischen Bildungssystems sein. Junge Menschen brauchen bestmögliche Bildung um gute Zukunftsaussichten zu haben und Österreich braucht bestausgebildete junge Menschen um nachhaltigen Wohlstand zu sichern - deshalb muss alles dafür getan werden, unser Bildungssystem wieder auf das Niveau zu heben, das es hatte, bevor ÖVP und FPÖ es kaputt gespart haben", betont der SP-Klubobmann.

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Landtagsklub
Mag. Andreas Ortner
Tel. 0732-7720-11313

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DS40003