Erika Nussgraber-Schnabl: Gewalt an Frauen ist gesellschaftliches Problem

Machtunterschiede zwischen den Geschlechtern müssen abgebaut werden

Wien (GMT/ÖGB) - "Gewalt an Frauen ist kein Einzelschicksal, sondern nach wie vor ein schwerwiegendes gesellschaftliches Problem", meint Erika Nussgraber-Schnabl, Vorsitzende der GMT Frauen, anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November. "Solange die Machtunterschiede zwischen Männern und Frauen nicht endlich weniger werden, wird sich auch die Zahl der Gewaltfälle nicht verringern", so Nussgraber-Schnabl weiter.++++

"Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir von gleichen Rechten, Pflichten und Einkommen weit entfernt sind. Immerhin ist 90 Prozent des in Geld gemessenen Einkommens und 99 Prozent des Vermögens weltweit in den Händen von Männern. Und auch in Österreich verdienen Frauen für die selbe Arbeit immer noch 30 Prozent weniger als männliche Kollegen. Dieses Ungleichgewicht gilt als Hauptursache für die Gewalt an Frauen", erklärt die Vorsitzende der GMT Frauen weiter. "Gewalt ist in erster Linie durch Machtverhältnisse erklärbar, das zeigen viele Studien. Und diese Machtverhältnisse werden durch gesellschaftliche Rollenanforderungen festgeschrieben. Hier gilt es anzusetzen", so Nussgraber-Schnabl.

Das Ende dieser Entwicklung ist aber nicht in Sicht, ganz im Gegenteil: "Die neoliberale Wirtschaftspolitik verstärkt die Abhängigkeiten. Sozialabbau, Flexibilisierungswünsche an die ArbeitnehmerInnen und eine dadurch bedingte hohe Arbeitslosigkeit sind das derzeitige politische Credo", so Nussgraber Schnabl. "Die neoliberale Wirtschaftspolitik hat viele negative Auswirkungen auf die ArbeitnehmerInnen, Gewalt an Frauen ist eine der schlimmsten davon", kritisiert Nussgraber-Schnabl. "Die ‚Zurück-an-den-Herd’ Politik der schwarz-blauen Regierung wird es bestimmt auch nicht besser machen."

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen wird in Gedenken an die drei Mirabel Schwestern begangen, die 1960 nach langjährigem Widerstand gegen das Trujillo Regime in der Dominikanischen Republik ermordet wurden. "Der Mut dieser Frauen soll auch uns GewerkschafterInnen immer wieder daran erinnern, dass wir uns auf die Seite der Benachteiligten stellen müssen und entschieden gegen jede Form von Gewalt auftreten müssen", so Nussgraber- Schnabl abschließend.

ÖGB, 24. November
2004
Nr. 776

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