Eklat in Salzburger Museumsszene - Husslein vor Wechsel nach Wien?

Wien (OTS) - Eklat in der Salzburger Museumsszene. Agnes Husslein, Direktorin des "Museums der Moderne" (Rupertinum, Museum auf dem Mönchsberg) kommentiert in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe scharf die Ereignisse um ihre mögliche Vertragsverlängerung nach dem 31. Dezember 2005. Das Amt soll ausgeschrieben werden, Husslein müsste sich also um ihren eigenen Job bewerben. Überdies ließ Landeshauptfrau Burgstaller in einem NEWS-Gespräch wissen, Husslein solle - wenn überhaupt - nur noch die künstlerischen Agenden, nicht mehr Geschäftsführung und Personalmanagement übernehmen: "Man soll ihre Stärken stärken und ihre Schwächen ausgleichen."

Dazu Husslein in NEWS: "Ich fühle mich eigenartig behandelt. Alle anderen Direktoren in vergleichbaren Museen wurden einfach verlängert: Schröder in der Albertina, Noever im MAK, auch Seipel im Kunsthistorischen, ohne dass ich hier etwas kommentieren möchte. Ich weiß nur, dass ich seit vier Jahren 24 Stunden am Tag arbeite, meinen Mann und meine Kinder, die in Wien leben, kaum sehe. Und dass ich binnen zwei Jahren ein Museum hochgezogen habe, an das niemand mehr geglaubt hat und über das man heute in der ganzen Welt spricht. Dank erwartet man sich in Salzburg ohnehin nicht, aber wenigstens etwas Respekt."

Und zu Burgstallers Teilungsplänen: "Da erübrigt sich jeder Kommentar. In jedem vergleichbaren Museum gibt es selbstverständlich nur einen Geschäftsführer. Ich habe 2001 ein desolates Unternehmen übernommen und führe es extrem profitabel. Das Museum hatte noch nie soviel Sponsorgeld und so viele Einnahmen. Bei meinem Amtsantritt hatte das Rupertinum ein Millionendefizit, jetzt schreibt es schwarze Zahlen. Bei meinem Amtsantritt hatte es 25.000 Besucher pro Jahr, jetzt sind es bis zu 55.000." Weitere 65.000 hätten seit der Eröffnung am 23. Oktober das Museum auf dem Berg besucht. Husslein weiter: "Das Problem dieser Stadt ist, dass es den Politikern nie um die Sache, sondern immer um politische Grabenkämpfe geht. Ich lege keinen Wert drauf, mit Politikern zu können. Die Politiker sollten lieber mit mir können."

In Wien verdichten sich mittlerweile laut NEWS die Anzeichen, Husslein könnte eines der hiesigen Museen übernehmen. So sei die Vertragsverlängerung Edelbert Köbs (MuMok) nach 2006 alles andere als sicher. Dazu Köb: "Ich möchte im MuMoK weiterarbeiten. Ich kenne ja die Gepflogenheiten nicht, ob die Politik den ersten Schritt machen muss oder ich. Es wäre nur wichtig, wenn Ministerin Gehrer Klarheit schaffen würde, schließlich kann ich meine Arbeit anders betreiben, wenn ich weiß, sie ist limitiert . Ich habe mich mit dem MUMOK nie am herrschenden Eventzirkus beteiligt. Meine zentrale Aufgabe ist es, die Sammlung des nationalen Museums für Moderne Kunst zur pflegen. Die Politik sollte also nicht darauf schielen, wer heute die größte Show abzieht."

Gleichfalls nach 2006 dürfte Gerbert Frodl (Österreichische Galerie) gehen. Die Zusammenführung mit dem Leopold-Museum nach der Ära Rudolf Leopold wird seit langem diskutiert. Auch hier ist Husslein im Gespräch. Die Direktorin betont im NEWS-Gespräch, von solchen Plänen noch nichts gehört zu haben, stellt aber fest: "Ich habe mich mein Leben lang mit österreichischer Kunst von 1900 bis heute beschäftigt."

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