Wiener Gemeinderat (2)

Fragestunde

Wien (OTS) - Auf die fünfte Anfrage von GR Univ.-Prof. DI Ernst Pfleger (SPÖ) "Welche Auswirkungen hat die vorgestellte Theaterreform auf die Wiener Theaterlandschaft" antwortete Kulturstadtrat DDr. Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ): Derzeit gebe es in Wien 28.000 Sitzplätze, die es zu füllen gelte. Die Kritik, dass große Bühnen gegenüber Kleinen bevorzugt werden, kann durch Zahlen widerlegt werden. Natürlich gebe es einen Reformbedarf, so der Stadtrat. In diesem Zusammenhang müsse man den Publikum auch zukünftig Angebot im Bereich der sogenannten "Ernsten Musik" machen. Beim Theater in der Josefstadt sei es wichtig, die begonnene Strukturreform weiterzuführen. Erfreulich sei es, dass der Wiener Gemeinderat das Leitbild und die Richtlinien für diese Reform beschlossen habe. Wichtig sei es, mittel- und langfristige Lösungen zu entwickeln, um den Bühnen Wiens eine positive Zukunft zu sichern. In diesem Zusammenhang solle man weitere Zukunftsperspektiven für die Theater-, Musik-, Sprech- und Tanztheaterszene eröffnen, erklärte Mailath-Pokorny.

Aktuelle Stunde

Im Anschluss an die Fragestunde fand eine von den Grünen eingebrachte Aktuelle Stunde zum Thema "WAKE UP, SPÖ! Vereinigte Bühnen Wien: Zukunftsverweigerung in der Wiener Kulturpolitik" statt.

GR Mag. Marie Ringler (Grüne) kritisierte die Vorgehensweise bei den Vereinigten Bühnen Wien und die Intransparenz, die es in diesem Zusammenhang gebe. Sind es derzeit zehn Prozent des Kulturbudgets für die Vereinigten Bühnen, so solle es ab 2007 ein Viertel des Kulturbudgets ausmachen. Dies sei eine falsche Schwerpunktsetzung seitens der SPÖ. Obwohl Kontrollamtsberichte zu den Vereinigten Bühnen der letzten Jahre Anlass zur Kritik gegeben haben, gab es u.a. für Generaldirektor Komm.-Rat Franz Häußler eine finanzielle Belohnung. Daher forderten die Grünen mehr Transparenz, eine Offenlegung der Bilanzen und Budgetierungen, einen Stopp der Neuordnung und das Aus für finanzielle Belohnungen sowie den Rücktritt von Generaldirektor Häußler.

Egal, wie hoch die Schulden der Vereinigten Bühnen Wien seien, so GR Dr. Andreas Salcher (ÖVP), müssen sie 1:1 von den Wiener Steuerzahlern abgedeckt werden. Nach wie vor entspreche die Kulturpolitik der SPÖ nicht dem Geist des 21. Jahrhunderts. Hätte man die ÖVP besser eingebunden, so stünden die Vereinigten Bühnen Wien heute besser da. Obwohl die Steuerzahler jährlich 21 Millionen Euro für die Vereinigten Bühnen aufbringen, dringe nur wenig an die Öffentlichkeit. Man müsse sich endlich entscheiden, ob man die Vereinigten Bühnen Wien wie ein Unternehmen, oder wie eine Magistratsabteilung führen solle.

GR Mag. Heidemarie Unterreiner (FPÖ) zeigte sich erfreut über das Engagement der anderen Oppositionsparteien und kritisierte, dass ein Viertel des Kulturbudgets in den Unterhaltungsbereich fließe. Auch gelte es, die langjährigen Forderungen der FPÖ aufzugreifen, endlich auch bei den Vereinigten Bühnen Wien marktwirtschaftliche Kriterien anzuwenden. Die Zeiten seien vorbei, in denen die Stadt einen so großen Bereich wie die Vereinigten Bühnen ohne Transparenz und Kontrolle führen könne. Zudem solle Kulturstadtrat Mailath-Pokorny nachdenken, was man mit der Musical-Branche in Wien zukünftig mache, erklärte Unterreiner. (Forts.) ef/rr

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