Brosz: PISA-Absturz Österreichs liegt an Säumigkeit Gehrers

Bildungsministerin hat keinerlei Konsequenzen aus PISA 2000 gezogen

Wien (OTS) - Den Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz, verwundert der offensichtliche Absturz Österreichs in der neuen PISA-Studie nicht. "PISA 2000 hat die Schwächen des österreichischen Schulsystems deutlich aufgezeigt. Im Vergleich mit zehn anderen EU-Staaten wirkte Österreichs System neben jenem Deutschlands sozial am selektivsten, die MigrantInnen schnitten am schlechtesten ab und die Mädchen wiesen in Mathematik und Naturwissenschaften signifikante Rückstände auf. Die Verschlechterung bei der neuen Studie ist das Ergebnis des Ausruhens auf nicht vorhandenen Lorbeeren," so Brosz.

"Bildungsministerin Gehrer hat das damalige Ergebnis von Platz zehn als Weltklasse schöngeredet, aber keinerlei Konsequenzen aus PISA 2000 gezogen," so Brosz weiter. Peinlich wirke nun Gehrers Ankündigung aus dem Jahr 2002, die Anzahl der leseschwachen SchülerInnen in Österreich um die Hälfte zu reduzieren. Sie wollte damit die EU-weite Zielsetzung einer Reduktion um 20% übertreffen. "Außer vollmundigen Ankündigungen hat Gehrer keinerlei Maßnahmen gesetzt. Das von ihr immer wieder propagierte Projekt 'Lesefit' ist ein Rohrkrepierer. Die meisten LehrerInnen haben davon noch nicht einmal etwas gehört," so Brosz weiter.

Offenbar will Gehrer nun versuchen, den desaströsen Ergebnissen der neuen PISA-Studie durch eine Kritik an der Methodik den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das sei schon in Aussagen im Budgetausschuss des Parlaments deutlich geworden. "Sich nun durch Kritik an der verbesserten Methodik aus der Verantwortung stehlen zu wollen, während sie vor drei Jahren, als die Ergebnisse ihr gepasst hatten, 'Weltklasse' gerufen hat, ist hochgradig unseriös und entbehrt jeder Glaubwürdigkeit", so Brosz.

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