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Wiener Gemeinderat - Budget 2005 (3)

Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft

Wien (OTS) - GR Mag. Marie Ringler (Grüne) zeigte sich über die Erhöhung des Kulturbudgets erfreut. Es sei aber bedauerlich, dass es keine Indexanpassung geben würde. Das führe dazu, dass Projekte nicht durchgeführt werden können. Die zusätzlichen Investitionen in die Darstellende Kunst lehnt Ringler ab. Sie vermisse neue Impulse in der Kulturpolitik und bezeichnete diese als zu "konservativ". Der Bereich der Medien, wie Freies Radio oder Kulturzeitschriften gehöre gefördert. Es fehle ihr insgesamt an Inhalten in der Medienlandschaft. Das dafür nötige Geld könnte mit den Schulden des Gebühren-Informationsservices (GIS) an die Stadt Wien aufgebracht werden. Weiters beklagte sie die fehlenden Innovationen im Tanz- und Theaterbereich. Strukturierte Vermittlungsarbeit müsse in diesem Zusammenhang stattfinden. Abschließend forderte sie Subventionen für Vermittlungskonzepte.

GR Dr. Andreas Salcher (ÖVP) bezeichnete die Vereinigten Bühnen Wien wörtlich als "typischen sozialistischen Kolchosenbetrieb". Sie würden schlechte Qualität liefern und hätten zuwenig Besucher, obwohl die Touristenströme immer größer werden. Es sei für Salcher daher unverständlich, diesen Bereich noch mehr zu subventionieren. Nur in der Ära des ehemaligen Kulturstadtrates Dr. Peter Marboe (ÖVP) sei Transparenz vorhanden gewesen. Die Sozialdemokratische Stadtregierung würde Informationen verheimlichen. Kulturstadtrat DDr. Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) hätte notwendige Strukturreformen im Theaterbereich erkannt und folge damit, so Salcher, dem Beispiel der Bundesregierung. Jeder Mensch sollte gefördert werden, daher fordere Salcher Eliteuniversitäten. Einen entsprechenden Antrag werde er einbringen.

GR Mag. Heidemarie Unterreiner (FPÖ) vermisste ebenfalls Transparenz bei den Vereinigten Bühnen. Eine Reform der Musicalbühnen sei überfällig. Diese sollten privatwirtschaftlich als Konzern geführt werden. Weiters kritisierte sie das vorangegangene Lob der ÖVP für die "Ära Marboe", da die Politik des ehemaligen Kulturstadtrates verfehlt gewesen sei. Investitionen in das Ronacher seien für sie ein "Fehler". Man hätte besser einen Kredit für die Ausbildung der Jugend aufnehmen können, um so Musikschulen zu fördern, sagte Unterreiner. Einen entsprechenden Antrag legte sie vor. Sie vermisse auch stimmige Theateraufführungen von Klassikern, da sich die Regisseure zu sehr in den Mittelpunkt stellen. Das Theaterangebot bezeichnete sie wörtlich als "Einheitsbrei". Der für das Mozartjahr engagierte Peter Sellars bekomme zu viel Geld und das Konzept sei ideologisch gestaltet und bringe nichts, stellte sie fest. Abschließend forderte Unterreiner die Gründung einer Tanzakademie und brachte einen dementsprechenden Antrag ein.

GR Ernst Woller (SPÖ) machte die ÖVP darauf aufmerksam, dass sie die Kulturpolitik in Zusammenhang mit den Vereinigten Bühnen Wien lange Zeit mitgestaltet habe und warf ihr Populismus vor. Das Kulturbudget für 2005 sei um 12 Prozent erhöht worden. Woller verstehe daher die Kritik an diesem nicht. Im Vergleich kürze der Bund das Kulturbudget ständig, die Kulturförderungen des Bundes bezeichnete er als "beschämend". Auch in anderen Landeshauptstädten würden die Kulturbudgets gekürzt. Das würde beweisen, wie "sensationell" das Kulturbudget der Stadt Wien sei, stellte Woller fest. Die Mittel für das Mozartjahr würden auch Kulturinstitutionen und Künstlerinnen und Künstler zugute kommen. Es werde eine ganze Reihe von Auftragsarbeiten für heimische und internationale Kunst-und Kulturschaffende geben. Darüber hinaus könne sich Wien glücklich schätzen, einen renommierten Künstler wie Peter Sellars zu gewinnen. Das Mozartjahr werde der Motor sein, um die "Kulturhauptstadt Wien" zu festigen. Aber nicht nur Großprojekte, sondern auch viele kleine Einrichtungen, wie etwa Kabarettbühnen, würden von der Stadt Wien über das Kulturbudget unterstützt. Die Theaterreform sei sehr positiv angenommen worden und Kulturstadtrat Mailath-Pokorny werde diese auch erfolgreich umsetzen, schloss Woller. (Forts.) kwc/vo

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