Zum Inhalt springen

Achleitner: FEMtech - Förderung von Frauen in Forschung und Technologie

Budget für 2005/2006 auf drei Millionen Euro verdoppelt

Wien, 2004-11-23 (fpd) - Frauenpolitik sei für die FPÖ eine Querschnittsmaterie, erklärte die freiheitliche Frauensprecherin DI Elke Achleitner in ihrer heutigen Pressekonferenz, die sie gemeinsam mit Staatssekretär Eduard Mainoni im Parlament abhielt und die sich mit dem Thema "FEMtech - Frauen in Forschung und Technologie" befaßte. "Wahre Frauenpolitik ist ressortübergreifend", sagte Achleitner. ****

Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen sei nach wie vor groß, bedauerte Achleitner. Frauen würden vorwiegend Berufe im Niedriglohnbereich ergreifen, der Berufswunsch von zwei Dritteln der weiblichen Lehrlinge laute Friseurin, Bürokauffrau oder Einzelhandelskauffrau. Daher seien Initiativen wichtig, um mehr Frauen dazu bewegen, frauenuntypische technische Berufe zu ergreifen. Fünfzig Prozent der Studienabgänger seien zwar Frauen, aber in Forschung und Technologie seien sie nach wie stark unterrepräsentiert, insbesondere in Führungspositionen. In der industriellen Forschung liege der Frauenanteil bei neun Prozent, in der außeruniversitären Forschung bei 26 Prozent. Österreich sei damit das Schlußlicht in der EU. Achleitner kritisierte auch, daß die Wissenschaftsstrukturen insbesondere im Technologiebereich traditionell auf Männer ausgerichtet seien. Diese Erfahrung habe sie auch selbst in ihrer Zeit an der Technischen Universität Wien gemacht.

Man müsse daher Rahmenbedingungen schaffen, um das Bewußtsein von Frauen in der Technologie zu fördern. Im Rahmen von fforte (Frauen in Forschung und Technologie) sei daher mit der Unterstützung des Vizekanzlers und des Forschungsstaatssekretärs FEMtech entwickelt worden. In diesem Zusammenhang wies Achleitner darauf hin, daß der Rat für Forschung und Entwicklung das Budget für FEMtech verdoppelt habe. 2005/2006 betrage es drei Millionen Euro. Dies sei ein Beitrag zur Chancengleichheit, aber auch zur Sicherung der Humanressourcen. Wo Frauen ihre Potentiale frei entfalten könnten, gebe es ein Mehr an Kreativität, Innovationskraft und Begeisterung.

FEMtech fördere Frauen in Forschung und Technologie, ziele auf Chancengleichheit, unterstütze Entwicklung und Implementierung, führte Achleitner weiter aus. Gestartet worden sei FEMtech Anfang 2004. Im Zentrum der Maßnahmen stünden forschungsintensive industrielle Unternehmen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Fachhochschulen und Forschungsprogramme des BMVIT, um dort den Frauenanteil zu erhöhen.

Die Attraktivität des Arbeitsfeldes Forschung und Entwicklung steigere man für Frauen durch bessere Rahmenbedingungen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Unterstützung bei der Kinderbetreuung (hier gebe es Modellversuche betriebsinterner Kinderbetreuung), dem Abstimmen der Weiterbildung auf die Kinderbetreuungspflichten und variable Arbeitszeitmodelle. Achleitner nannte weiters die Unterstützung von Forscherinnen beim Berufszugang, die Verbesserung der beruflichen Positionierung von Frauen und die Verbesserung des Zugangs zu Führungspositionen. Insgesamt wolle man eine Steigerung des Gender-Bewußtseins in Forschungsunternehmen.

Die FEMtech-Programmlinie erläuterte Achleitner folgendermaßen:

- FEMtech Karriere: Förderung von Frauen in Führungspositionen

in industriellen Unternehmen; bisher sechs Projekte; die Förderung beträgt hier maximal 70 Prozent der Gesamtkosten und maximal 25.000 Euro pro Unternehmen.

- FEMtech Forschungsunternehmen: Förderung in der

außeruniversitären Forschung mit technischem Schwerpunkt; die Förderung beträgt hier maximal 70 Prozent der Gesamtkosten und maximal 25.000 Euro pro Unternehmen. Bisher acht Projekte.

- FEMtech Fachhochschulen: Der Frauenanteil liegt hier bei 37

Prozent, bei den naturwissenschaftlichen Studien bei 22 Prozent. Im Sommer wird ein Wettbewerb für Konzepte für einen besseren Zugang von Frauen zu technischen Berufen stattfinden. Bisher fünf Projekte.

- FEMtech Programme: Frauenfördernde und strukturverändernde

Aktivitäten innerhalb von Forschungs- und technologischen Programmen; Förderung von Workshops, Studien und Beratung.

  • FEMtech Netzwerk
  • FEMtech Expertinnendatenbank: Sichtbarmachung des Potentials

an Wissenschafterinnen; keine Fachtagung oder Expertendiskussion ohne Frauen; Dienstleistung für Unternehmen und Institutionen.

Generell sei eine bessere Akzeptanz der Forschungsarbeit für Frauen wichtig, betonte Achleitner. Die Politik müsse Rahmenbedingungen und Budgetmittel zur Verfügung stellen. Technologie und Forschung seien heute im Aufwind. Frauen dürften in diesem Bereich keine Exotinnen sein, sondern müßte echte Chancen sehen und diese auch wahrnehmen. (Schluß)

Rückfragen & Kontakt:

Freiheitliches Pressereferat

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFC0001