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Geflügelgesundheitsdienst: Gegen pauschale Verunsicherung der Verbraucher

Weber: Noch mehr Sicherheit und Transparenz in Geflügelproduktion

Tulln (AIZ) - "Die gestrige Information der Verbraucher über einen angeblich neuen Fleischskandal in Niederösterreich war grob vereinfachend und dazu angetan, die Konsumenten pauschal zu verunsichern. Tatsache ist, dass ein im Herbst des Vorjahres im Zuge einer amtlichen Kontrolle bekannt gewordener Fall zu einem Verfahren geführt hat, welches nach wie vor anhängig ist. In diesem Zusammenhang ist eine pauschale Verunsicherung der Verbraucher absolut fehl am Platz. Die österreichischen Geflügelmäster und Masthühnerschlachtbetriebe haben es zudem nicht verdient, durch die Verwendung eines Bildes, welches beste Grillhühnerqualität zeigt, in ein falsches Bild gerückt zu werden", dies stellte heute der Geschäftsführer der Österreichischen Qualitätsgeflügelvereinigung, Stefan Weber, in einer Aussendung fest.

Klare Regelung in Geflügelhygieneverordnung

Die derzeit gültige Geflügelhygieneverordnung regle klar, dass jede Geflügelherde vor deren Schlachtung einer Untersuchung auf Salmonellen zu unterziehen ist, so Weber. Nur salmonellenfreies (negativer Untersuchungsbefund) Geflügelfleisch gelange dadurch zu den Betrieben, die Masthühner schlachten und vermarkten, und damit in die Regale der Supermärkte beziehungsweise zum Konsumenten.

"Beim vorliegenden Fall handelt es sich unserem Informationsstand nach um eine Legehennenherde, die im Herbst 2003 nach Ende der Legeperiode als Suppenhennen in einen eigens und ausschließlich dafür vorgesehenen Schlachtbetrieb gelangte. Wenn nach erfolgter Salmonellentestung ein positiver Befund vorliegt, müssen derartige Herden gemäß der Hygieneverordnung einer Erhitzung unterzogen werden und sind nicht als Geflügelfleisch für den Konsumenten erhältlich. Gemäß Lebensmittelgesetz gilt weiters, dass Konsum-Eier ab dem Moment, ab dem eine Salmonelleninfektion in der Hennenherde festgestellt wird, nicht mehr vermarktet werden dürfen", so Weber weiter.

Geflügelgesundheitsdienst wichtiger Schritt bei Salmonellenbekämpfung

Er verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass mit der Schaffung eines eigenen Geflügelgesundheitsdienstes und des so genannten GeflügelDatenVerbundes wichtige Schritte im Sinne der Salmonellenbekämpfung und der transparenten Produktion getan wurden:
"Mit der 1999 gegründeten Österreichischen Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) wurde eine wichtige Voraussetzung für den bundesweit tätigen Geflügelgesundheitsdienst geschaffen", unterstrich der Geschäftsführer. Als besonders wichtig und vorteilhaft für die Konsumenten ebenso wie für den Geflügelsektor gelte auch die seit 2000 erreichte EU-Genehmigung für das nationale Salmonellenbekämpfungs-Programm, so der Experte.

Kooperationen mit Veterinärverwaltungen

"Durch den Geflügelgesundheitsdienst und dessen bundesweit vernetzten elektronischen GeflügelDatenVerbund wird unter Einhaltung eines hohen Datenschutzniveaus eine objektive und nachvollziehbare Dokumentation aller wesentlichen Produktionsschritte gewährleistet. Die Amtstierärzte aller Veterinärbehörden auf Bezirks- und Landesebene erhalten dadurch mehr und schnellere Informationen über den Gesundheitszustand der Herden. Transparenz der Herdenherkunft einzelner Lieferungen und des gesundheitlichen Status der gekauften Herden sind innerhalb des Geflügelgesundheitsdienstes daher selbstverständlich", stellte Weber fest.

Der Anlassfall für die aktuelle Berichterstattung zeige, dass es wesentliche Qualitätsunterschiede gibt. Weder der betroffene Legehennenbetrieb noch der Suppenhennenschlachtbetrieb seien Teilnehmer am Salmonellenbekämpfungs-Programm des Geflügelgesundheitsdienstes QGV. An diesem Programm nehmen laut Weber mittlerweile rund 95% der Mastgeflügelbetriebe teil.

Konsequente Umsetzung der Kontrollpolitik notwendig

Die QGV spricht sich für eine konsequente Umsetzung aller Aspekte der Kontrollpolitik aus, da die Vorteile des Geflügelgesundheitsdienstes für den einzelnen Betrieb durch fehlende Kontrollmaßnahmen aufs Spiel gesetzt würden. Anlässlich einer Systemkontrolle des Geflügelgesundheitsdienstes QGV, die im Auftrag des Gesundheitsministeriums durch einen akkreditierten Auditor erfolgte, wurde der QGV diesbezüglich jüngst ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt.

"Durch all diese Maßnahmen wird es gelingen, dass die Mitgliedsbetriebe des Geflügelgesundheitsdienstes in enger Partnerschaft mit ihren Betreuungstierärzten und in Kooperation mit den Amtstierärzten die rechtlichen Anforderungen des Lebensmittelrechts bestmöglich erfüllen können", betonte Weber. (Schluss)

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