Zum Inhalt springen

"Weltjournal" am 24. November: Tito-Nostalgie in Serbien

Immer mehr Menschen wünschen sich den starken Mann zurück

Wien (OTS) - Vor fast genau 60 Jahren übernahmen die Partisanen in Jugoslawien die Macht, angeführt von Josip Broz Tito. Er schuf ein auf seine Person zugeschnittenes kommunistisches Regime, sagte sich von Stalin los und führte die Blockfreien-Bewegung an. Die nationalistischen Bestrebungen im Vielvölkerstaat unterdrückte er mit harter Hand und hielt Jugoslawien so zusammen. Heute ist Jugoslawien längst zerfallen, Serbien leidet unter politischen Wirren, Korruption und Wirtschaftskrisen. Kein Wunder, dass sich viele Menschen in Serbien die Sicherheit der Tito-Zeit zurückwünschen. Von dieser Welle der Nostalgie profitiert jetzt ein Enkel Titos, der wie sein Großvater Josip Broz heißt und ihm auch ähnlich sieht. Als Gründer der Grünen Partei Serbiens ist er nun in die Politik eingestiegen. Eine Reportage von Gerhard Sonnleitner - zu sehen im "Weltjournal" am Mittwoch, dem 24. November 2004, um 23.15 Uhr in ORF 2.

Die weiteren von Annette Scheiner präsentierten Themen:

Venezuela: Alle Macht für Chavez

Hugo Chavez, Präsident von Venezuela und Lieblingsfeind der USA, ist populärer denn je. Das zeigte sich diese Woche auch bei seinem Besuch in Spanien. Noch vor einem Jahr stand seine Zukunft auf Messers Schneide. Die von den USA unterstützte Opposition wollte den Linkspopulisten und Kuba-Freund stürzen, aber Chavez fuhr beim Referendum im Oktober einen fulminanten Wahlsieg ein. Nun sitzt er wieder fest im Sattel, unterstützt von den Massen der Armen und mit dem Polster der enormen Erdölreserven des Landes. Seine Leute sitzen auch in den Provinzen an den Hebeln der Macht. Die Ermordung eines Staatsanwalts, der gegen die Opposition ermittelte, weist allerdings darauf hin, wie sehr es unter der Oberfläche brodelt. Chavez setzt auf seine Hausmacht, die Armen Venezuelas, und steckt die Einnahmen aus dem Öl in Reformen wie eine Alphabetisierungskampagne und ein besseres Gesundheitssystem. Julieta Rudich berichtet aus Venezuela.

Kaukasus: Die Spur des Öls

Der Zugang zu Erdölreserven dominiert politische und wirtschaftliche Strategien der Industrienationen. In einer der unruhigsten Regionen der Welt wird derzeit die längste Erdöl-Pipeline der Welt gebaut. 1.760 Kilometer lang führt sie von Baku am Kaspischen Meer quer durch Georgien bis nach Ceyhan, dem Mittelmeerhafen in der Türkei. Die Ölmultis im Westen werden so schon in einem Jahr Rohöl in Riesenmengen ohne die Kontrolle der OPEC oder Russlands erhalten. Aber das Großprojekt bedeutet für die entlang des Pipelinebaus lebende Bevölkerung Landenteignung, Umweltverschmutzung und enttäuschte Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0001