Vorarlberger Schutzwaldpreis 2004 vergeben

LH Sausgruber und LR Schwärzler: Intakter Wald ist bester Schutz vor Naturgefahren

Silbertal (VLK) – Das Land Vorarlberg hat heute, Montag,
den Vorarlberger Schutzwaldpreis 2004 verliehen. "Damit
werden die hervorragenden Leistungen der Waldbesitzer, aber
auch anderer Personengruppen, im nachhaltigen Einsatz für
die Erhaltung des Schutzwaldes und damit unserer
wichtigsten Lebensversicherung in den Gebirgstälern
ausgezeichnet", führten Landeshauptmann Herbert Sausgruber
und Landesrat Erich Schwärzler bei der Preisverleihung im Vereinssaal im Silbertal an. Diesjähriger Preisträger ist
die Selbstbewirtschaftung der Genossenschaft Bludenz III.
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Fast die Hälfte des Waldes in Vorarlberg ist Schutzwald. Landesrat Schwärzler: "Der Wald ist die Lebensversicherung
für die Wohnbevölkerung in den Berggebieten. Zwei Drittel
unseres Siedlungsgebietes wären ohne diesen natürlichen
Schutz nicht besiedelbar." Entscheidend ist für Schwärzler
eine zielgerichtete Schutzwaldpflege: "Vorbeugende
Maßnahmen zur Vermeidung von Gefahrenpotentialen sind
Sanierungen vorzuziehen. Zudem kommt uns eine naturnahe Schutzwaldbewirtschaftung für denselben Schutzzweck bis zu
20-mal kostengünstiger als technische Maßnahmen."

Mit dem Schutzwaldpreis werden (bereits umgesetzte)
herausragende Leistungen gewürdigt, z.B. Maßnahmen zur Waldbewirtschaftung, zur Schutzwaldsanierung oder zur Bewusstseinsbildung und Waldpädagogik, Ausstellungen oder vorbeugende Maßnahmen. Heuer wurden vier hervorragende
Projekte mit dem Vorarlberger Schutzwaldpreis bzw
Anerkennungspreis geehrt: "Sie zeigen neue Wege wie
gemeinsam Herausforderung für den intakten Schutzwald
gelöst werden kann und wie die Jugend für den Wald
motiviert werden kann", betonte Landeshauptmann Sausgruber.

Preisträger 2004

Der Schutzwaldpreis 2004 ging an die
Selbstbewirtschaftung der Genossenschaft Bludenz III,
eingereicht von der Jagdgenossenschaft Bludenz und der Forstabteilung der Stadt Bludenz: Aufgrund
flächendeckender, waldgefährdender Wildschäden, der
drohenden Nichtumsetzung von zahlreichen Wildbach- u. Lawinenverbauungsprojekten und zu niedriger Pachtangebote, entschloss man sich 1992 zur Selbstbewirtschaftung der
Reviere. Dadurch konnte der Wildschaden vermindert und eine
dem Standort angepasste Wilddichte erreicht werden. Der
Verlust des Pachtschillings wurde durch Einnahmen aus Wildbretverkauf und Abschussvergabe kompensiert. Bei einem
vom Alpenforschungsinstitut im Jahr 1998 durchgeführten
Vergleich mit 18 Projekten aus Deutschland, Österreich und
der Schweiz erhielt dieses Selbstbewirtschaftungsmodell die
höchste Punktzahl.

Anerkennungspreise

Drei Projekte erhielten Anerkennungspreise:
- "Projekt Wald", eingereicht vom Sonderpädagogischen
Zentrum Dornbirn: Die Projektarbeit umfasste das
Kennenlernen des Waldes, das Entdecken der Pflanzen und
Tiere, die Durchführung lebenspraktischer Übungen, bis hin
zu einer öffentlichen Präsentation des Projektes und einem Waldtheater. Das Projekt wurde auf vielfältige Weise im
Unterricht aufgearbeitet.

- "Kleinwalsertaler Meisenprojekt", eingereicht von der
Hauptschule Kleinwalsertal: Die Schüler beobachteten und
erlernten sowohl die Vogelwelt, als auch das Zusammenwirken
der Tiere in ihren Lebensräumen und den günstigen Einfluss
auf den Schutzwald.

- "An schöna Gruaß vom Wald", eingereicht von der
Hauptschule Wolfurt: Kombination aus Aktionen, die im Ippachwald/Wolfurt stattfinden, einer Auseinandersetzung
mit dem Thema Wald im Unterricht und verschiedenen
Lehrgängen bzw. Unterrichtsbesuchen von "Waldexperten".

Schutzwaldtagung

Die Verleihung des Schutzwaldpreises 2004 erfolgte im
Rahmen der Schutzwaldtagung. Mehr als 140 Verantwortliche
aus dem Bereich des Forstwesens waren der Einladung des
Landes zur Schutzwaldtagung in das Silbertal gefolgt:
Waldaufseher, Vertreter von Waldvereinen und Gemeinden
sowie Vertreter von Naturschutzorganisationen.
(tm/moma,nvl)

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