GPA: Klare Begrenzungen der Höchstarbeitszeit im IT-Bereich immer wichtiger

Angesichts der Job-Misere steht Arbeitszeitverkürzung auf der Tagesordnung

Wien (GPA/ÖGB) - "Wenn aktuell von Regierungspolitikern das Thema Arbeitszeitflexibilisierung wieder in den Vordergrund gestellt und dabei der Telekommunikationsbereich als Beispiel genannt wird, so unterliegt VP-Klubobmann Molterer offenbar einem Irrtum. Telekommunikationsunternehmen unterliegen nämlich nicht dem Arbeitszeitgesetz. Uns sind von Seiten der Arbeitgeber auch keine Wünsche bezüglich einer Veränderung der aktuellen Arbeitszeitregelungen bekannt. Meint Molterer allerdings die IT-Branche, so ist davon auszugehen, dass er seine Äußerungen in Unkenntnis der realen Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Bereich getätigt hat", erklärt der Geschäftsbereichsleiter der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Karl Proyer.++++

Im IT-Kollektivvertrag, der seit dem Jahr 2000 Geltung hat und für 25.000 Beschäftigte Gültigkeit hat, wurde die wöchentliche Normalarbeitszeit auf 38,5 Stunden reduziert. Es besteht die Möglichkeit einer 4-Tage-Woche bei einer täglichen Normalarbeitszeit von zehn Stunden. Innerhalb eines Durchrechnungszeitraumes von 12 Monaten kann auf einem Gleitzeitkonto ein Plussaldo in der Höhe der 4-fachen wöchentlichen Normalarbeitszeit (154 Stunden) aufgebaut werden. Ein Minussaldo darf maximal die Höhe der halben wöchentlichen Normalarbeitszeit erreichen. Bei diesem Modell beträgt der Überstundenzuschlag einheitlich 65 Prozent und ersetzt den klassischen Zuschlag.

"Wir sind in der letzten Zeit in der IT-Branche zunehmend mit einer Stimmung unter den Beschäftigten konfrontiert, die nach klaren Begrenzungen der Höchstarbeitszeit verlangt, die auch auf überbetrieblicher Ebene verbindlich festgelegt werden. Der allzeit verfügbare IT-Worker, der keinen Regeln unterworfen sein will, ist ein reiner Mythos. Auch in der IT-Branche setzt sich zunehmend ein Bewusstsein durch, dass nicht die Länge der Arbeitszeit, sondern die Effizienz der entscheidende Faktor für Produktivität ist. Diesbezüglich ist von den Unternehmen ein besseres Arbeitszeitmanagement einzufordern. Um den Problemen der Beschäftigung zu begegnen, ist eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit im Bereich der Telekommunikation, die derzeit bei 40 Stunden liegt, anzustreben", so Proyer.

ÖGB, 22. November
2004
Nr. 769

Rückfragen & Kontakt:

GPA
Mag. Martin Panholzer
Telefon: (01) 313 93-511
Mobil: 0676/817 111 511
eMail: martin.panholzer@gpa.at
http://www.gpa.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0008