Sechs Monate Zivildienst?

Rotes Kreuz kann oberösterreichische Resolution absolut nicht befürworten

Wien (Rotes Kreuz) - Die Resolution des oberösterreichischen Landtages, in der ÖVP, Grüne und SPÖ die Angleichung der Dauer des Zivildienstes an die des Präsenzdienstes - also sechs Monate -fordern, wird vom Roten Kreuz strikt abgelehnt.

Die meisten der rund 3000 Zivildiener des Roten Kreuzes werden als Rettungssanitäter eingesetzt. Die dafür gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung einschließlich der erforderlichen Praxis dauert etwa 10 Wochen. "Bei einer Verkürzung auf sechs Monate würde jeder Zivildiener bereits ein Drittel seiner Dienstzeit in der Ausbildung verbringen", beschreibt Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes das Missverhältnis zwischen Ausbildung und Leistungszeit.

"Die Ausbildungszeit und die effektive Einsatzdauer wird damit ad absurdum geführt. Vom administrativen Aufwand mag ich da schon gar nicht mehr reden. Und ob Land und Gemeinden die Kosten für sechs Monate Zivildienst berechnet haben - sei einmal dahingestellt. Eine sechsmonatige Lösungsvariante kann für das Rote Kreuz als Zivildienstträgerorganisation nicht in Frage kommen", so Kopetzky.

Gerade der Rettungs- und Krankentransportdienst ist auf die jungen Männer angewiesen. 25% aller unserer Einsatzstunden werden von Zivildienern geleistet.
"Deren Arbeitszeit müsste bei einem Wegfall der Zivildiener von bezahlten Angestellten übernommen werden, weil leider auch die Gewinnung von Freiwilligen bereits an ihre Grenzen stößt. Und dies würde Mehrkosten in der Höhe von 100 Millionen Euro bundesweit bedeuten. Jede Verkürzung des Zivildienstes bedeutet aber auch, dass insgesamt mehr Zivildiener benötigt werden, um das derzeitige Leistungsangebot aufrecht zu erhalten. Und aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge könnte sich schon bald ein Engpass für alle Organisationen ergeben", erklärt Kopetzky.

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