OeNB - Symposium aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Landesgruppe Österreich der Internationalen Strafrechtsgesellschaft (AIDP)

Wien (OTS) - Die Internationale Strafrechtsgesellschaft (AIDP)
wurde vor 80 Jahren in Paris gegründet und versteht sich als Nachfolgerin der Internationalen Kriminalistischen Vereinigung, deren Mitbegründer im Jahre 1889 der aus Wien stammende berühmte Strafrechtslehrer und Reformer Franz von Liszt , Cousin des Komponisten gleichen Namens und Sohn des ersten Generalprokurators Eduard von Liszt war.

Die AIDP ist damit die älteste und bedeutendste internationale Strafrechtsgesellschaft, die weltweit verbreitet und in nationale Landesgruppen gegliedert ist. Ihre Tätigkeit ist vor allem auf die universelle Zusammenarbeit von Ländern verschiedenster Rechtssysteme und Kulturkreise auf der Grundlage der Gleichberechtigung, Menschenrechte und Vorurteilsfreiheit sowie auf die Förderung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der gesamten Strafrechtswissenschaft sowie ihrer Entwicklung und Umsetzung in der Praxis gerichtet. Dazu werden alle fünf Jahre Internationale Strafrechtskongresse, Kolloquien, und andere wissenschaftliche Tagungen abgehalten, deren Ergebnisse die Strafrechtsordnungen vieler Länder beeinflussen.

Vor 30 Jahren, im Jahre 1974, wurde die österreichische Landesgruppe gegründet, die sich schon nach kurzer Zeit zu einer der an Mitgliedern stärksten und aktivsten Landesgruppe der AIDP entwickelte. Zu ihren Mitgliedern zählen hochrangige Experten aus dem Bereich der Universitätsprofessoren, Richter, Staatsanwälte, des Bundesministeriums für Justiz, der Sicherheitsbehörden und der Rechtsanwälte. Mitbegründer und langjähriger Präsident der österreichischen Landesgruppe ist der ehemalige Generalprokurator Prof. Dr. Otto F. Müller, der mit seinem Vorstandsteam im Sinne der Ziele der AIDP seit Jahrzehnten erfolgreich tätig ist; so hat sich die österreichische Landesgruppe seit 1974 an allen sieben Weltkongressen, zuletzt im September 2004 in Peking, aktiv durch Landesberichte und Stellungnahmen sowie mit Delegationen beteiligt, den Jubiläumskongress 1989 in Wien durchgeführt und viele Veranstaltungen abgehalten, die sich im Gefolge der politischen und gesellschaftlichen Veränderungen auch mit den jeweiligen neuen Erscheinungsformen des Verbrechens befassten, wie etwa die organisierte Kriminalität, Umwelt- und Computerdelikte, Korruption und Terrorismus. Darüber hinaus lag der Schwerpunkt vieler Veranstaltungen auch auf dem Gebiete der Wahrung der Menschenrechte und Verteidigung im Strafverfahren sowie der internationalen Zusammenarbeit. So ging beispielsweise von dem Kolloquium in Wien zur Vorbereitung des Weltkongresses in Peking der Impuls zur Resolution auf weltweite Abschaffung der Todesstrafe für Jugendliche aus.

Alle diese Arbeiten wurden vielfach dokumentiert und solcherart einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.

Aus Anlass des 30jährigen Bestehens der österreichischen Landesgruppe, die aus dem wissenschaftlichen Bereich in Österreich nicht mehr wegzudenken ist, veranstaltet die Oesterreichische Nationalbank am 22. November 2004 in ihren Repräsentationsräumen in Wien ein Symposium, das von Mag. Dr. Peter Zöllner, Mitglied des Direktoriums, eröffnet werden wird. Nach den einleitenden Worten des Präsidenten der österreichischen Landesgruppe Prof. Dr. Otto F. Müller wird die neue Bundesministerin für Justiz Maga Karin Miklautsch Grußworte an die Veranstaltungsteilnehmer richten, sodann werden zwei Fachvorträge gehalten werden, und zwar zum Thema "Der strafrechtliche Schutz von baren und unbaren Zahlungsmitteln" von Generalanwalt Dr. Ernst Eugen Fabrizy und zum Thema "Aktuelle Entwicklungen im Bereich des Falschgeldes" von Dr. Stefan Augustin, Hauptabteilungsleiter der Oesterreichischen Nationalbank. Der strafrechtliche Vortrag ist von besonderer Aktualität, da erst mit 1. Mai 2004 neue strafrechtliche Bestimmungen über die unbaren Zahlungsmittel (wie etwa Bankomat- und Kreditkarten) in Kraft getreten sind.

Den Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltung wird der Festvortrag "AIDP und österreichische Strafrechtswissenschaft, Erfahrungen aus 30 Jahren" von Univ. Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Burgstaller (Universität Wien) bilden, der seit der Gründung vor dreißig Jahren Vorstandsmitglied ist und in hervorragender Weise an den Arbeiten der österreichischen Landesgruppe mitwirkt.

Besonderes Anliegen der österreichischen Landesgruppe, die sich international hoher Wertschätzung erfreut, ist die Verbindung mit der Wissenschaft und Praxis, der Judikative und Legislative, aber auch mit der zuständigen Abteilung der UNO in Wien und mit der Wirtschaft, in besonderem Maße mit der Oesterreichischen Nationalbank, wie sie aus gegebenem Anlass neuerlich zum Ausdruck kommt.

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