SP-Haider: Mehr Wertschätzung für die Lehrer!

Oberösterreich braucht alle klugen Köpfe: Bildung muss uns wieder etwas wert sein

Linz (OTS) - Im Jahr 2021 wird es in Oberösterreich rund ein Viertel weniger Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren geben. "Schon um den zukünftigen Wirtschaftsstandort Oberösterreich abzusichern, ist daher eine Bildungsoffensive dringend notwendig. Die Schlacht um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit eines Landes wird im Bereich der Aus- und Weiterbildung geschlagen. Deshalb: Keine Kürzungen, sondern Erhöhungen bei den Bildungsbudgets, Zurücknahme der Stundenkürzungen und kleinere Klassen. Und der Zugang zu hochwertiger Bildung muss allen Menschen offen stehen ", so SPÖ-Landesparteivorsitzender LH-Stv. Haider. "Außerdem muss es mehr Wertschätzung für die Lehrerinnen und Lehrer geben. Sie leisten Tag für Tag hervorragende Arbeit unter schwierigsten Bedingungen! Und die Bundesregierung tut alles, um diese Bedingungen noch zu erschweren".

Eine Erhebung der AK Oberösterreich für das Schuljahr 2002/2003 zeigte, dass bereits jeder vierte Gymnasiast eine Privatschule besucht. Aber auch etwa 28 % aller angehenden Kindergartenpädagoginnen und ca. 20 % aller SchülerInnen an humanberuflichen Schulen (z.B. HBLA) sind an einer nicht-öffentlichen Schule. Insgesamt bezahlen in Oberösterreich bereits über 11.000 SchülerInnen Schulgeld. In der Regel fallen hier zwischen 58 und 85 Euro im Monat an. Dieser Betrag ist in den meisten Fällen zehnmal jährlich zu entrichten. Insgesamt müssen für den Schulbesuch -diverse andere Kosten für Schulveranstaltungen, Arbeitsmaterialien oder Kopierkosten nicht mitgerechnet - mehrere hundert Euro im Jahr auf dem Tisch gelegt werden. Ein Betrag, den sich ein durchschnittlicher Arbeitnehmerhaushalt, oft nur sehr schwer leisten kann und der die soziale Auslese vorantreibt.
"Ansätze zu einem amerikanischen Modell mit öffentlichen Billigschulen für die Masse und exklusiven Privatschulenfür teures Schulgeld sind jedenfalls abzulehnen", so Haider.

Das Land OÖ hat in seiner Stellungnahme im Rahmen des Begutachtungsverfahrens zum Entwurfes des Pensionsharmonisierungsgesetz nachgewiesen, dass es allen Berufsgruppen, die für die Ausübung ihres Berufes längere Ausbildungszeiten benötigten - also insbesondere LehrerInnen und AkademikerInnen -, faktisch unmöglich ist, im Alter von 65 Jahren mit 45 Beitragsjahren 80 Prozent des durchschnittlichen Lebenseinkommens zu kommen. "Dies ist nicht nur ein unverständlicher Anschlag auf die Lehrerschaft, sondern wird auch negative Auswirkungen auf die Bildungsbereitschaft der OberösterreicherInnen haben.", stellt Dr. Mag. Ferdinand Firzinger, Spitzenkandidat für BSA/FSG der Fachgruppe BMHS fest.

"In dieses Bild passt, wenn die ÖVP über ihre junge Elite in der Wirtschaftskammer den Lehrerinnen ausrichten lässt, dass es ihnen nicht schaden würde, auch mal was zu arbeiten", so Firzinger weiter. "Die Arbeit der vielen engagierten Lehrerinnen und Lehrer hat entschieden mehr Wertschätzung verdient", ergänzt dazu Erich Haider.

Bildungsbefund Oberösterreich

Oberösterreich wird gerne als Bildungsland Nummer 1 hochgejubelt. Die nackten Zahlen sprechen aber eine andere Sprache, die mehr als deutlich ist. So liegt etwa die Maturantenquote in unserem Bundesland unter dem österreichischen Durchschnitt.

Das bestätigen auch die Daten aus der Volkszählung 2001, wonach 38,2% der OberösterreicherInnen nur über eine allgemeine Pflichtschulausbildung verfügen. Der Anteil Jugendlicher ohne abgeschlossener Berufsausbildung ist mit ca. 16% überdurchschnittlich hoch.

Schulen rasch instand setzen

Viele Schülerinnen und Schüler sitzen in unserem Bundesland in sanierungsbedürftigen Schulen. Konkret warten derzeit über 300 Schulen in unserem Land sehnsüchtig auf die ausführende Baufirma. Neben den baulichen Mängeln hapert es aber auch bei der Ausstattung vieler Schulen. EDV-Geräte sind zum Teil hoffnungslos veraltet und können nur ausgetauscht werden, wenn die Eltern bei der Finanzierung einspringen, um ihren Kindern einen vernünftigen Unterricht zu ermöglichen. Überdies gab es zu Beginn des Schuljahres 2004/2005, noch immer 47 Containerklassen und 10 Klassen, die in Bauprovisorien untergebracht waren. - und das schon seit Jahren.
"Im Sommer herrscht in den Containerklassen brütende Hitze, während die Klassen im Winter kaum zu heizen sind. Ein Zustand, der den jungen Menschen einfach nicht zumutbar und dem Lernerfolg sicher nicht zuträglich ist. Die Schulen müssen rasch instand gesetzt werden.", zeigt Haider auf.

Rücknahme der Stundenkürzungen

Der rigide Sparkurs der schwarz-blauen Bundesregierung wirft seine dunklen Schatten auch auf Oberösterreich. Aufgrund von Stundenkürzungen und Anhebung der Schüler-Lehrer-Verhältniszahlen mussten in den letzten Jahren bereits zahlreiche Förderstunden, Unverbindliche Übungen und Freigegenstände gestrichen werden.

"Diese Stundenkürzungen führen einerseits direkt zur Bildungsreduktion und andererseits zur Demotivation an sich hoch motivierter Lehrkräfte, die ohnehin mit dem schlechten Image dieses Berufes schwer zu kämpfen haben. Neueinstellungen werden definitiv verhindert, Verträge nicht mehr verlängert, selbst "Alteingessene" können nicht mehr voll beschäftigt werden. Die Rücknahme der sogenannten Entlastungsverordnung wäre wohl das Gebot der Stunde", fordert Mag.Dr. Firzinger.

Absenken der KlassenschülerInnenzahl

Trotz rückläufiger Zahl von Schülerinnen und Schüler sind die KlassenschülerInnenzahlen kontinuierlich gestiegen. Unmittelbare Folge: In unseren Klassen sitzen vieler Orts Massen. Das bedingungslose Auffüllen der Klassen mit 30 Kindern (und manchmal auch mehr) lassen die Führung eines zeitgemäßen Unterrichts aber dann nicht mehr zu. Offene Lernformen, Projektarbeiten und die individuelle Zuwendung leiden enorm. Ein Zurück zum Frontalunterricht ist die logische Folge.

Die Reduktion des Schüler-Lehrer-Verhältnisses war ein pädagogischer Fehltritt, der dazu führt, dass mit den zugewiesenen Werteinheiten -im Paarlauf mit den brutalen Stundenkürzungen - nur mehr der Pflichtunterricht abgedeckt werden kann. Das geht vor allem zu Lasten der Schwächeren, weil Förderstunden, Integrationsstunden, Sprachförderungen usw. nicht mehr angeboten werden können.

Um die hohen Drop-out Quoten - immerhin betragen diese in den Klassen der Oberstufe 20% - einzudämmen, bräuchte es aber eigentlich vermehrt Förderung. Zusätzliche Werteinheiten für Förder- aber auch Begabtenkurse wären eigentlich die logische Konsequenz.

Vernünftige Bildungsbudgets erforderlich

"Im Bildungsbereich reicht es nicht, wenn bloß die Kasse stimmt und alleine nach diesem Kriterium wichtige pädagogische Weichenstellungen getroffen werden. Bildung muß der Gesellschaft (wieder) etwas wert sein. Dann wird sie sich auch volkswirtschaftlich rechnen. Es muß ausreichend dotierte Schulbudgets geben, die den Anforderungen einer modernen, zukunftsweisenden Bildungspolitik und einer gelebten Schulautonomie gerecht werden. Der Staat darf sich nicht aus der finanziellen Verantwortung für Schulen verabschieden. Sparen bei der Bildung bedeutet Sparen bei unserer aller Zukunft. Dafür stehe ich nicht zur Verfügung" meint LH-St Haider.
"Derzeit werden Putzmittel, Heizkosten, Schulveranstaltungen und die Fortbildung aus dem gleichen Topf bezahlt, der außerdem jährlich von neuen Sparmaßnahmen betroffen ist. Die Fortbildung der LehrerInnen tritt so etwa mit den Heizkosten in direkte Konkurrenz. Wenn etwa die Heizkosten wegen eines strengen Winters steigen, muss die Fortbildung der Lehrer eingeschränkt werden. Das ist wohl mehr als kurios und nicht zeitgemäß", präzisiert Dr. Fierzinger.

SPÖ- Bildungsprogramm - Bildungsoffensive

Die SPÖ Oberösterreich hat ihre Konzepte für eine moderne Bildungspolitik in ihrem Bildungsprogramm sehr präzise formuliert

Hauptforderung der Bildungsoffensive:

  • Bildung darf keine Geldfrage sein
  • Bildung braucht Qualität
  • Bildung darf keine Wohnortfrage sein
  • Weiterbildung muss wirklich möglich sein

Starke KandidatInnen für Lehrerwahlen

Am 1. und 2. Dezember 2004 finden die Personalvertretungswahlen bei den Lehrern statt. Das einzige Gegengewicht zur schwarzen Bildungspolitik bilden die sozialdemokratischen LehrerverterInnen, die zur Wahl antreten.

Die Spitzenkandidatinnen der Liste BSA/FSG/BMHS, die für den Bereich Berufsbildende Mittlere und Höhere Schulen zur Wahl antreten:
Mag. Dr. Ferdinand Firzinger
Mag. Dr. Renate Hofstadler
Ferdinand Aichmayr

Die oö. SpitzenkandidatInnen der Liste BSA/FSG/AHS bei den sozialdemokratischen ProsfessorInnen für den AHS-Bereich sind:
Mag. Ursula Uhlmann, BRG Hamerlingstraße
Mag. Peter Penteker, BG Vöcklabruck
Mag. Dr. Silvia Sango, BRG Fadingerstraße Linz
Dr. Thomas Hellmuth, BORG Honauerstraße Linz

Die SLÖ/FSG-SpitzenkandidatInnen für den Bereich der Pflichtschullehrer sind:
Hauptschuldirektor Peter Grassnig
Mag. Dr. Helmut Deibl
OL Gerald Blüher
Volksschuldirektorin Edith Dittrich

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