"Untragbare Zustände"

Wien (OTS) - Während andere heimische Kammerorganisationen schon seit Jahren dazu übergegangen sind, mehr Transparenz und Offenheit einzuführen, hat in der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, NÖ und das Burgenland bis heute ein seltsames Verständnis zur Kammerpolitik hinter verschlossenen Türen überlebt. Sogar demokratisch gewählten Repräsentanten dieser Kammer gelingt es nicht das Dickicht der gewachsenen Privilegien der traditionellen Kämmerer zu durchdringen. Der Vorsitzende der Sektion Ingenieurkonsulenten (immerhin zweithöchster Funktionär dieser Kammer), Dr. Thomas Müller-Hartburg, darf nicht die Verträge hoher Kammer-Angestellter zum Studium kopieren. Dabei ist er dazu gemäss seiner Funktion ausdrücklich verpflichtet. Weil Müller-Hartburg dadurch Verantwortung für Dinge übernehmen soll die er nicht kennt, wendet er sich nun an die Öffentlichkeit: "Hier herrschen Zustände, die ich so nicht mitverantworten werde!"

Der gegenwärtige Vorsitzende der Ingenieurkonsulenten, Dr.Thomas Müller-Hartburg ist seit 2 Jahren gewählter Vertreter der circa 1200 Ingenieurkonsulenten für Wien, NÖ und das Burgendland. Seit nunmehr 9 Monaten versucht er auf Grund dieser Funktion an die Verträge der ihm (gesetzlich) unterstellten Kammerangestellten heranzukommen, wenngleich - bisher - vergeblich !

Müller-Hartburg: "Eine eisige Mauer des Schweigens umhüllt diese Verträge und selbst die Unterstützung der zuständigen Aufsichtsbehörde im Wirtschafts-Ministerium kann den derzeitigen Präsidenten unserer Kammer nicht dazu bewegen, die Papiere den dafür vorgesehenen gewählten Organen vorzulegen."

Während der Vorsitzende der Sektion der Ingenieurkonsulenten auf die Vorlage der Kopien alle Unterlagen und Verträge der Kammer besteht, wird ihm diese von seinem eigenen - ebenfalls gewählten -Präsidenten, DI Ortfried Friedreich verwehrt. Müller-Hartburg sieht durch diese Haltung des Präsidenten die Rechtsstaatlichkeit der Kammer-Prozesse massiv verletzt. Müller-Hartburg: "In jeder GesmbH ist es eine Selbstverständlichkeit, seine Gesellschafter Einsicht in die Bücher und Schriften nehmen zu lassen - nicht so in unserer Kammer. Gewählten Vertretern, die zudem noch Vorstands- und Präsidiumsmitglieder sind, wird der Zugang zu diesen Informationen nachhaltig und ohne Angabe von Gründen verwehrt. Es kann doch nicht sein, dass man Dinge mitverantworten muss und gleichzeitig keinerlei Einblick erhält, was mit dem Geld der Mitglieder eigentlich passiert und wer, was dafür zu leisten hat!"

Nach zahlreichen formalen und internen Versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen, ist es dem Vorsitzenden nicht gelungen seinen Präsidenten zu veranlassen, diese ungewöhnliche Haltung aufzugeben. Auch eine von Müller-Hartburg erbetene rechtliche Klarstellung der Kammer-Aufsichtsbehörde - dem Wirtschaftministerium - hat die ersehnte Transparenz bisher noch nicht geschaffen.

Müller-Hartburg: "Ich wollte mich ursprünglich nur im Rahmen der routinemäßigen Budgetdiskussion informieren und bin hier offensichtlich auf etwas sehr Heikles gestoßen, denn selbst die klare, schriftliche rechtliche Stellungnahme des Ministeriums vom 21.07.2004 zu dieser Frage hat zu keinem Ergebnis geführt."

Daß diese Thema eines der "heißen Eisen" bei der am 24.11. stattfindenden Kammervollversammlung sein wir, darüber herrscht aus gut informierten Kreisen jedenfalls Einigkeit: "Es wird interessant sein zu sehen, was die Basis zu dieser Vorgangsweise des Präsidenten sagen wird - einen Antrag mit großer Unterstützung gibt es ja bekanntlich........"

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Dr. Thomas Müller-Hartburg,
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Tel.: 01 877 833 1; 0664/3017312,
Sektionsvorsitzender Ingenieurkonsulenten
der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, NÖ, BGLD

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