Kinderbetreuungsatlas 2004: Arbeiterkammer stellt neuerlich Verbesserungen fest, aber bei weitem keine Vollversorgung

Linz (OTS) - Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat auch heuer wieder - bereits zum sechsten Mal in Folge - eine umfassende Erhebung des bestehendes Kinderbetreuungsangebots in den oberösterreichischen Gemeinden durchgeführt. Das Ergebnis dieser Erhebung, der "Kinderbetreuungsatlas 2004", wurde heute bei einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit präsentiert.

Trotz neuerlicher erfreulicher Verbesserungen kann von einem flächendeckenden Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen leider nach wie vor keine Rede sein. Vor allem bei der Betreuung der Unter-Dreijährigen und der Nachmittagsbetreuung von Volksschulkindern bestehen nach wie vor große Defizite. Aber auch die Öffnungszeiten der Kindergärten ermöglichen den Eltern vielfach nicht einmal eine Teilzeitbeschäftigung.

Dennoch haben die jahrelangen und massiven Bemühungen der Arbeiterkammer wieder Früchte getragen: In 18 zusätzlichen Gemeinden wurde ein Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige geschaffen, in 16 zusätzlichen Gemeinden gibt es nun auch Betreuungsangebote für Volksschulkinder. Die Zahl jener Gemeinden, die weder einen Kindergarten mit Mittagsbetreuung noch eine Betreuung für Kleinkinder noch eine Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder anbieten, ist von 175 im vergangenen Jahr auf 162 zurückgegangen.

Die Kehrseite: Noch immer bieten nur 92 der 445 oberösterreichischen Gemeinden eine institutionelle Betreuung für Unter-Dreijährige oder beteiligen sich zumindest an den Kosten, wenn Kleinkinder in einer anderen Gemeinde mitbetreut werden. Und in nur 153 Gemeinden gibt es eine Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder. Durchgehende Betreuung vom Kleinkindalter bis zum Ende der Volksschulzeit bieten nur 67 Gemeinden. Das sind aber immerhin um 13 mehr als noch im Vorjahr.

Statt die Zahl der fehlenden Betreuungsplätze mit Taschenspielertricks künstlich zu verkleinern, wie es Vertreter der Bundesregierung derzeit tun, sei Handeln angesagt, fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Eltern haben ein Recht auf bedarfsgerechte, leistbare und qualitätsvolle Kinderbetreuungsangebote, und es ist die Aufgabe von Bund, Land und Gemeinden, diese auch zur Verfügung zu stellen."

Die Arbeiterkammer fordert deshalb die rasche Umsetzung des seit längerem angekündigten Kinderbetreuungsgesetzes, welches unter anderem auch das Recht auf einen Kinderbetreuungsplatz beinhalten sollte.

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