ARD-Medienpreis CIVIS 2004 in der Wiener Hofburg vergeben

Im Beisein von Bundespräsident Dr. Fischer und ORF-Generaldirektorin Dr. Lindner

Wien (OTS) - Sieben Journalisten und Autoren erhielten am Freitagabend, dem 19. November 2004, den ARD-Medienpreis CIVIS 2004 für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa in der Wiener Hofburg. Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Schirmherr der Veranstaltung, die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Sylvia-Yvonne Kaufmann, ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner und WDR-Intendant Fritz Pleitgen überreichten die Preise im Rahmen eines Festakts.

ARD-Medienpreis CIVIS 2004: Rekordeinreichung von 244 Programmen

Der ARD-Medienpreis CIVIS zeichnet Programmleistungen in Radio und Fernsehen aus, die besonders geeignet sind, das friedliche Zusammenleben in der europäischen Einwanderungsgesellschaft zu fördern. Die Rekordeinreichung von 244 Programmen verdeutlicht das europaweite Interesse am Thema. Der Preis ist mit insgesamt 41.000 Euro dotiert.

Der ARD-Medienpreis CIVIS wurde von vier Jurys unter Vorsitz von Katharina Thalbach, Filmemacherin Buket Alakus, Frank Elstner und BR-Hörfunkdirektor Johannes Grotzky in sieben Kategorien vergeben.

Die Preisträger: Von Spanien bis Dänemark, von Berlin bis Bayern

Der Europäische CIVIS-Fernsehpreis in der Kategorie Unterhaltung ging an die spanische Autorin und Regisseurin Sílvia Munt für den Fernsehfilm "Les filles de Mohamed" (Televisío de Catalunya, 2004). Der Film handelt von einer emanzipierten Katalanin, die als Frauenärztin mit den kulturell bedingten Problemen einer jungen Marokkanerin konfrontiert wird, die statt des erwarteten Sohnes eine Tochter zur Welt gebracht hat. Den Europäischen CIVIS-Fernsehpreis in der Kategorie Information erhielt der dänische Filmemacher und Musiker Axel Boisen für seinen Fernsehfilm "New Stars of Europe" (Danmarks Radio TV, 2004). Das Feature stellt in humorvollen, teilweise provozierenden Episoden dar, was die neuen osteuropäischen EU-Mitglieder auf ihrem Weg in Demokratie und Liberalismus gewonnen und verloren haben.

Mit dem Deutschen CIVIS-Fernsehpreis in der Kategorie Unterhaltung wurde die deutsche Türkin Sülbiye V. Günar für ihren Fernsehfilm "Karamuk" (Westdeutscher Rundfunk, 2004) ausgezeichnet. Hauptfigur dieses Films ist ein 17-jähriges Mädchen, das sein Leben in die Hand nimmt, in Paris Modedesign studiert und auf seinem Weg in die Selbstständigkeit erfährt, dass sein leiblicher Vater Türke ist. Den Deutschen CIVIS-Fernsehpreis in der Kategorie Information bekamen die deutschen Journalisten Alexander Kobylinski und Caroline Walter für ihre Reportage NPD auf dem Vormarsch - Wie Rechtsextreme in den Kommune Wahlerfolge erzielen (Rundfunk Berlin-Brandenburg, 2004). Der Filmbeitrag thematisiert die zunehmende Durchdringung der (ost-)deutschen Gesellschaft mit rechtsextremem Gedankengut und die daraus resultierenden Wahlerfolge der NPD.

Der Deutsche CIVIS-Hörfunkpreis in der Kategorie Unterhaltung ging an den deutschen Hörspielbearbeiter Karlheinz Koinegg für sein Hörspiel "Lilipuz: Papa, was ist der Islam?" (Westdeutscher Rundfunk, 2004). Darin erklärt ein Vater seinen Kindern in einfachen, gleichwohl informativen und kindgerechten Worten die Geschichte des Islams. Den Deutschen CIVIS-Hörfunkpreis (Kategorie Information) erhielt der Journalist und Autor Frederik Kunth für sein Feature "Geschichten aus Parallelistan": Unterwegs mit jungen Aussiedlern in Bayern (Bayerischer Rundfunk, 2004). Der Beitrag gibt Einblicke in die Parallelwelt deutschstämmiger Aussiedler aus Russland, die inzwischen die größte Minderheit in Deutschland darstellen - noch vor der Gruppe der türkischen Einwanderer. In Reportagen und einfühlsamen Interviews entsteht ein differenziertes Bild der abgeschotteten Lebensumstände junger, deutschstämmiger Russen in Bayern.

Erstmals: Young CIVIS media prize

Erste Preisträger des erstmals vergebenen Young CIVIS media prize sind die Filmstudentinnen Sanne Kurz und Jiska Rickels für ihren Dokumentarfilm "Himmelfilm - How were skies when you were young?" (Hochschule für Film und Fernsehen München, 2004). Die Dokumentation handelt von den Erinnerungen der Menschen an den Himmel ihrer Kindheit.

Bericht auf 3sat am 27. November

3sat zeigt einen Bericht von der Preisverleihung in der Wiener Hofburg am Samstag, dem 27. November 2004, um 14.00 Uhr.

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