Halbzeit bei Fabian Eders Regiedebüt "Die Schrift des Freundes"

Wien (OTS) - Das Bergfest naht: Auf Hochtouren laufen in Wien die Dreharbeiten zur ORF/ARTE-Verfilmung des Barbara-Frischmuth-Romans "Die Schrift des Freundes", bei der der brillante Kameramann Fabian Eder (u. a. "Polt"-Krimireihe) erstmals Regie führt. Gut zwei Drittel des Pensums zu dieser tragischen österreichisch-türkischen Liebesgeschichte sind im Kasten, die letzte Filmklappe fällt voraussichtlich am 27. November 2004. Bisher zeigt sich das Filmteam sehr zufrieden, trotz des starken Sturms der vergangenen Tage, der den Drehplan für die Außenszenen etwas auf den Kopf stellte. Durch das Wetter lassen sich Neoregisseur Eder, seine Hauptdarsteller -Volkstheaternachwuchs Jaschka Lämmert, Heio von Stetten und Ercan Oeksuez - sowie Teamfilm-Produzent Wulf Flemming jedoch nicht irritieren - und bringen sogar Zeit für einen Pressetermin am Set auf. Flemming: "Auf Grund des Orkans mussten wir zwar einige Szenen verschieben, aber ich bin mir sicher, dass wir auch noch die zweite Hälfte der Dreharbeiten genau so erfolgreich über die Bühne bringen wie die erste."

Fabian Eders Regiedebüt

Mit Fabian Eder hat Wulf Flemming bereits bei den vier Verfilmungen von Alfred Komareks "Polt"-Krimis zusammengearbeitet und ihn als Kameramann schätzen gelernt. Aber nicht nur hinter der Kamera, sondern auch im Regiesessel mache Eder eine gute Figur. Flemming:
"Fabian Eder arbeitet sehr konzentriert und ist auch sehr engagiert. Er hat eine ganz klare Linie beim Regieführen, und am Set herrscht eine heitere und angenehme Atmosphäre."

Fabian Eder: "Mir macht das Regieführen wahnsinnigen Spaß, und das geht auch deshalb so gut, weil ich mit einem Stab arbeite, wo ich jeden Einzelnen sehr gut kenne und mich auf alle hundert Prozent verlassen kann. Mit lauter Fremden wäre es sicherlich schwieriger gewesen. Regie zu führen war eigentlich die logische Konsequenz meines bisherigen Werdegangs. Der größte Unterschied ist die emotionale Intensität, mit der man sich auf die Filmcharaktere einlässt."

Welche Zeugnis die Hauptdarsteller Jaschka Lämmert, Heio von Stetten und Ercan Oeksuez ihrem Regisseur ausstellen? Volkstheater-Schauspielerin Jaschka Lämmert, eine gebürtige Wienerin mit russischen Wurzeln, steht in ihrer ersten Filmhauptrolle vor der Kamera. "Es macht wahnsinnigen Spaß, mit Fabian Eder zu arbeiten. Es ist eine sehr konzentrierte und genaue Arbeit, die von Vertrauen geprägt ist. Er ist wirklich sehr einfühlsam und verantwortungsvoll im Umgang mit uns." Ähnlich Heio von Stetten, der Fabian Eder schon seit den Dreharbeiten zu "Franz und Anna" kennt: "Fabian hat die Fähigkeit, den Kern einer Szene zu erkennen. Er hat immer die richtige Gewichtung und ein unglaublich gutes Gespür für das Zwischenmenschliche. Außerdem weiß er genau, was er erzählen will, macht nichts, woran er nicht glaubt, und das, was er macht, setzt er ganz präzise um." Auch Schauspieler Ercan Oeksuez ist von der Zusammenarbeit begeistert: "Fabian Eder ist das Beste, was mir als Schauspieler passieren konnte. Die Zusammenarbeit ist hervorragend und das ganze Team ist hochgradig professionell und sehr einfühlsam. Ich würde wirklich jederzeit gerne wieder mit ihm arbeiten."

Zum Inhalt des Films:

Im Vordergrund des 1998 erschienenen sozialpolitischen Krimis der gebürtigen Steirerin Barbara Frischmuth steht die spannende Geschichte einer außergewöhnlichen Liebe zwischen einer Österreicherin und einem Türken, die an der Realität tragisch scheitert. Jaschka Lämmert verkörpert die Computerspezialistin Anna Margotti, die im Auftrag des Innenministeriums an einer Software zur Erfassung potenziell gefährlicher Randgruppen arbeitet und sich in den alevitischen Türken und Kalligrafen Hikmet Ayverdi - dargestellt von Ercan Oeksuez - verliebt. Durch ihn kommt sie in Berührung mit den Traditionen und Riten der Aleviten, einer - zum Teil noch vorislamischen Werten verpflichteten - Gegenbewegung zum Nationalismus und Islamismus. Doch plötzlich verschwindet Hikmet eines Tages spurlos. Irritiert forscht Anna nach, hat Fragen über Fragen. Hat vielleicht ihr Freund Max (Heio von Stetten), ein hoher Beamter des Innenministeriums, seine Hand im Spiel? Anna findet heraus, dass Hikmet politisch verfolgte Landsleute bei ihrer illegalen Einwanderung nach Österreich unterstützt und deshalb untergetaucht ist. Das nächste Aufeinandertreffen von Anna und Hikmet dauert nur eine berauschende Liebesnacht lang und endet nach einer Razzia der Fremdenpolizei für den jungen Aleviten tragisch.

Liebesgeschichte mit aktueller Thematik

Ein dramatischer Filmstoff, wie alle Beteiligten finden. Oeksuez:
"Mir geht es in erster Linie darum, hier einen Menschen zu spielen. In jeder Liebesgeschichte gibt es Kennenlernprozesse, hinzu kommt hier, dass sich verschiedene Kulturkreise verbinden." Fabian Eder fügt hinzu: "Leider ist diese Thematik sehr aktuell - diese Aktualität verdankt sie auch der Tatsache, dass man sich lange zu wenig damit beschäftigt hat. Im Zentrum des Films steht zwar eine Liebesgeschichte, ich hoffe aber trotzdem, dass sie die Leute zum Nachdenken anregt."

ORF-Ausstrahlung 2005

An der Seite von Jaschka Lämmert, Heio von Stetten und Ercan Oeksuez spielen in weiteren Rollen u. a. Karl Markovics, Kitty Speiser, Gertrud Roll, Proschat Madani und Phillippa Galli (am 24. November in dem Schwarzenberger-Melodram "Meine schöne Tochter" im ORF). Das Drehbuch zum Film verfassten Heide Pils und Fabian Eder. "Die Schrift des Freundes" wird 2005 im ORF zu sehen sein.

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