Gusenbauer fordert leistbare Gesundheit für alle statt Zwei-Klassen-Medizin

Gschwentner: "Sind Startklar für leistbare Gesundheit"

Innsbruck (SK) "Der fundamentale Unterschied zwischen ÖVP und SPÖ ist, dass die ÖVP die Selbstbehalte ausbauen will und in Richtung Zwei-Klassen-Medizin geht, während die SPÖ für einen allgemeinen Zugang zur Spitzenmedizin, unabhängig vom Einkommen, und eine solidarische Finanzierung des Gesundheitssystems steht", machte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Freitag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Tiroler LHStv. Hannes Gschwentner und Stadträtin Marie-Luise Pokorny-Reitter in Innsbruck klar. Das "Team Gusenbauer" besuchte am Freitag im Rahmen der "Startklar-Tour" die Tiroler Landeshauptstadt und wurde u.a. von SPÖ-Bundesgeschäftführerin Doris Bures und Nationalratsabgeordneter Gisela Wurm begleitet. Die SPÖ-Vorschläge zum Gesundheitssystem seien nicht nur fairer und gerechter, sondern würden auch von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt, unterstrich Gusenbauer, und auch für Gschwentner ist vollkommen klar: "Unser Gesundheitssystem soll durch breite Solidarität finanziert werden".*****

Die SPÖ vertrete seit vielen Jahrzehnten die Position, dass alle Menschen den selben Zugang zu Gesundheitseinrichtungen haben sollen:
"Dieses System werden wir gegen die schwarz-blaue Bundesregierung verteidigen", betonte auch Pokorny-Reitter. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die im Österreichvergleich niedrigen Einkommen und hohen Lebenserhaltungskosten in Tirol; es dürfe nicht sein, dass Menschen durch Verteuerungen und Rücknahme von Leistungen aus dem solidarischen System herausfallen.

Für Gschwentner stellt sich vor allem die Frage der Finanzierung des Gesundheitssystems. So liege Österreich in einem weltweiten Ranking, die Qualität des Gesundheitssystems betreffend, zwar im Spitzenfeld, aber bei der Geldaufbringung würden sich die Geister scheiden. Er, Gschwentner, sei Gusenbauer "dankbar", dass dieser sich im Präsidium gegen eine Finanzierung des Gesundheitssystems auf Kosten der Schwachen und Kranken gestellt habe. Gschwentner kritisierte, dass Arbeitgeber immer weniger zur Finanzierung des Gesundheitssystems beitragen: Zwei Drittel zahlen Arbeiter und Angestellte, Arbeitgeber nur ein Drittel. Dass die Länder durch eine Verteuerung der Spitalskostenbeiträge einen Teil der Finanzierung abdecken sollen, werde man sich "ganz genau" anschauen, versprach Gschwentner.

"Beim Anteil der Selbstbehalte liegt Österreich im Spitzenfeld", kritisierte Gusenbauer. Die Kosten des Gesundheitssystems würden wegen des medizinischen und sozialpolitischen Fortschritts und der damit verbundenen höheren Lebenserwartung in Zukunft steigen, zeigte Gusenbauer auf: "Das Gesundheitssystem wird teuerer", so Gusenbauer, der in diesem Zusammenhang FPÖ-Klubobmann Scheibners Aussage in der letzten "ORF-Pressestunde", nämlich 2,5 Milliarden einsparen zu wollen, kritisierte und als "Anschlag auf das Gesundheitssystem" wertete. Die Erhöhungen der Rezeptgebühren und des Verpflegungskostenbeitrags durch die ÖVP seien kein fairer Weg, kritisierte Gusenbauer. Bedeutend besser wäre eine prohibitive Besteuerung der Alkopops oder eine Erhöhung der Höchstbeitragsgrundlage gewesen, unterstrich Gusenbauer. (Schluss) sk

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