Bundesarbeitskammer: Hauptversammlung fordert Chancengleichheit im Bildungswesen (5)

Kinder von Wenig- und Mittelverdienern haben in Österreich

Vösendorf (OTS) - Keineswegs die gleichen Bildungschancen wie die Kinder von Besserverdienern, ergibt eine aktuelle Studie. Unser Bildungssystem selektiert demnach nach Einkommen, sozialer Schicht und Bildungsabschluss der Eltern. Die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer fordert daher, dass die Chancenungleichheiten im österreichischen Bildungssystem beseitigt werden. Dazu zählen das Recht auf Betreuung für Kinder bereits im Jahr vor Schuleintritt, der Ausbau ganztägiger Schulformen, das Recht auf Förderunterreicht, eine durchgängige finanzielle Förderung für Kinder aus einkommensschwächeren Famililien in der Oberstufe und das Recht auf Bildung und Ausbildung für alle Jugendlichen. Darüberhinaus fordert die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer, besondere selbstständige Ausbildungseinrichtungen zu genehmigen und zu finanzieren. Damit soll Jugendlichen die Möglichkeit geboten werden, in ihren Wunschberufen eine qualifizierte Ausbildung über die gesamte Lehrzeit hindurch zu absolvieren.

An den Leistungen der Kinder in der Schule liegt es nicht, wenn Kinder aus einkommensschwächeren Familien nach der Volksschule häufiger in die Hauptschule gehen und danach eher in eine mittlere berufsbildende Schule, in die Polytechnische Schule und in die Lehre. Im Schnitt hat ein Drittel der Kinder in der Hauptschule AHS-Reife, in der ersten Klasse Hauptschule sogar fast zwei Fünftel. Für Wenig-Verdiener sind bei der Schulwahl vor allelm die Kosten und die Erreichbarkeit der Schule Ausschlag gebend, zeigt die Studie, aber auch Platzmangel an der nächsten AHS spielt eine Rolle. Das Bildungsbudget ist in Österreich seit Jahren real eingefroren. Das verschlechtert die Bildungsschancen für Kinder aus bildungsfernen und einkommensschwächeren Familien. Die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer fordert daher:

+ Anspruch auf Betreuung für Kinder bereits im Jahr vor Schuleintritt, wie etwa eine sprachliche Förderung.

+ Ausbau ganztägiger Schulformen

+ Recht auf Bildung und Ausbildung für alle Jugendlichen:
Ausreichende Schulplätze vor allem in jenen Bereichen, wo die Nachfrage groß ist (Technologien, Gesundheitsberu-fe). Darüberhinaus fordert die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer, dass zusätzlich besondere selbstständige Ausbildungseinrichtungen eingerichtet und finanziert werden. Dabei können auch bestehende Kapazitäten in Lehrwerkstätten genützt werden, um Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, in ihren Wunschberufen eine qualifizierte Ausbildung über die gesamte Lehrzeit hindurch zu absolvieren.

+ Ausreichend Plätze fürs Nachholen des Hauptschulabschlusses

+ Durchgängige finanzielle Förderung in der Oberstufe: Die Schülerbeihilfen müssen bereits in der ersten Klasse der berufsbildenden Schulen und in der fünften Klasse AHS bezahlt werden, außerdem muss der Bezieherkreis ausgeweitet, müssen die Beihilfen endlich erhöht werden

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