ÖGB-Leutner zur Arbeitszeitflexibilisierung: "Kein Aufschwung durch Lohnreduktion"

"Arbeitszeitflexibilisierung darf nicht dazu dienen, Löhne und Gehälter zu senken"

Wien (ÖGB) - "Arbeitszeitflexibilisierung muss beiden Seiten etwas bringen. Den ArbeitnehmerInnen und den Unternehmen. Sie darf aber nicht darauf hinauslaufen, dass Löhne und Gehälter gekürzt werden. Lohnreduktion bringt keinen Aufschwung", sagt Dr. Richard Leutner heute, Freitag, zu den Forderungen des IV-Präsidenten Veit Sorger.++++

"Wenn die Wirtschaft lediglich beabsichtigt, Überstundenzuschläge zu sparen, dann läuft das auf schlichtes Lohndumping hinaus. Da kann die Gewerkschaft unmöglich dafür sein", sagt Leutner. Auch für die Wirtschaft ergeben sich daraus langfristig keine positiven Effekte, denn schon jetzt leide Österreich unter der schwachen Inlandsnachfrage. Dass mit einer Verlängerung der Normalarbeitszeit mehr Arbeitsplätze geschaffen würden, ist für den ÖGB nicht nachvollziehbar: "Die Ursache für das geringe Wachstum ist die schwache Inlandsnachfrage - und die wird nicht durch de facto geringere Einkommen gelöst. Eine Arbeitszeitverlängerung schafft weder mehr Wachstum, noch mehr Beschäftigung", präzisiert Leutner.

Zudem gebe es bereits jetzt eine ausreichende Arbeitszeitflexibilisierung: "Gerade in der Industrie gibt es hier viele Möglichkeiten. Die gilt es auszuschöpfen, bevor man auf weitere Flexibilisierung drängt", sagt Leutner.

"Forderungen der Industriellenvereinigung, die darauf hinauslaufen, dass man Überstunden zwar leistet, aber nicht bezahlt bekommt, sind nicht der richtige Weg", so Leutner abschließend. (bm)

ÖGB, 19. November
2004
Nr. 760

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