Keck zeigt sich enttäuscht über den Beschluss der Pensionsharmonisierung

Nacht- und Schwerarbeiter wurden verraten und verkauft

Wien (SK) Als "enttäuschend und verantwortungslos" bezeichnet der Linzer SPÖ-Abgeordnete Dietmar Keck den gestrigen Beschluss der Pensionsharmonisierung. Damit, so Keck, werden nicht nur die alten Unterschiede zwischen den Berufs- und Bevölkerungsgruppen verlängert, sondern auch die Ungerechtigkeit zwischen den Generationen prolongiert. Als Beispiele nennt er die noch immer unterschiedlichen Beitragssätze von ASVG, Selbständigen und Bauern, sowie die zuletzt bekannt gewordene langjährige Aliquotierung alter Ansprüche bei den Beamten. ****

Als "verraten und verkauft" sieht Keck vor allem die Gruppe der Nacht- und Schwerarbeiter. Bekanntlich werde es in Zukunft möglich sein, bei einem Anteil von mindestens 180 Schwerarbeitsmonaten innerhalb von zumindest 40 Versicherungsjahren, ab dem 60. Lebensjahr mit reduzierten Abschlägen in Pension zu gehen. Keck nennt diese Regelung ein "Kuckucksei", denn es werden dabei ausschließlich jene Schwerarbeitsmonate berücksichtigt werden, die nach dem 1.1.2005 erreicht wurden. Die erstmalige Inanspruchnahme werde damit erst ab dem Jahre 2020(!) möglich sein.

Zuletzt wurde erneut keine Lösung für jene gefunden, die zwar 40 Beitragsjahre und 180 Schwerarbeitsmonate erreichen, jedoch z.B. krankheitsbedingt schon vor dem 60. Geburtstag in den Ruhestand eintreten müssen. "Diese Menschen werden von der Schwerarbeiterregel völlig ausgeschlossen und erleiden für jedes Jahr früheren Pensionsantritts 4,2 Prozent Abschlag", so Keck.

Als besonders enttäuscht zeigte sich Keck in diesem Zusammenhang vom blauen Arbeitnehmervertreter Max Walch. Dieser, so Keck, müsste derartige Konstellationen nicht zuletzt aufgrund seiner beruflichen Herkunft bestens kennen. Keck: "So wie die Schwerarbeiterregel heute aussieht, werden auch die Bauarbeiter, die mit z.B. mit 58 aufgrund orthopädischer Probleme in Invaliditätspension gehen müssen, massive Abschläge erwarten. Dem blauen Betriebs- und Arbeiterkammerrat Max Walch sei Dank für sein arbeitnehmerfeindliches Abstimmungsverhalten!"

Überhaupt ortet Keck einen Mangel an sozialer Fairness bei Schwarz und Blau. Alleine die Tatsache, dass es in rund einem Monat bereits eine Schwerarbeiterregel, dann aber wohl noch immer keine Definition von Schwerarbeit geben werde, lässt für Keck nur den Schluss zu, "dass hier ausschließlich die Rechenschieber, nicht aber Kenner von realer Berufs- und Arbeitswelt am Werk waren". (Schluss) ns/mp

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