Weiterhin Konflikt um Bericht über Fasanzucht von Rauch-Kallat

Verein Gegen Tierfabriken verlangt Richtigstellung von ProSieben Austria

Wien (OTS) - ProSieben Austria hatte am 15. November berichtet,
dass 1000e Fasane mit nur einem einzigen Ziel gezüchtet würden, als "Kanonenfutter" für die Jagdgesellschaft der Ministerin Rauch-Kallat zu dienen.In diesem Bericht wird der Obmann des Verein Gegen Tierfabriken VGT, Dr. Martin Balluch, ausschließlich mit folgenden Worten zitiert: "Maria Rauch-Kallat und ihr Mann verlangen Euro12.800 pro Tag von den Jägern, von Schützen, die also herkommen und dann 400 zahme Fasane vor die Nase gesetzt bekommen, um sie abzuschießen."

Trotz der belegbaren Wahrheit dieser Aussagen, verkündete der Sender auf Druck der Ministerin Rauch-Kallat am nächsten Tag: "Dieser Bericht entspricht absolut nicht den Tatsachen". Weiters behauptete der Sender, Dr. Balluch hätte "mittlerweile zugegeben, dass das gesendete Videomaterial nicht auf dem Anwesen des Ehemanns der Ministerin aufgenommen wurde". Wörtlich folgt: "Herr Dr. Balluch hat weiters zugegeben, dass seine Aussagen nicht der Wahrheit entsprechen". In einer gestrigen Aussendung behauptet ProSieben Austria, dass sie von Dr. Balluch Videomaterial mit der Versicherung bekommen hätten, dass es in der Fasanenzucht der Ministerin aufgenommen worden wäre.

Dr. Balluch dazu: "Diese Behauptungen sind vollkommen falsch. Die Story war, dass in Österreich Fasane extra gezüchtet werden, nur um als lebende Zielscheiben zu dienen und dass sich auch die zukünftige Tierschutz-Ministerin und ihr Mann an diesem unglaublichen Tiermissbrauch beteiligen. Zur Veranschaulichung habe ich dem Sender Videomaterial und Fakten über Fasanenzucht in Österreich generell übergeben, sowie im Jagdgebiet der Ministerin mit dem Filmteam von ProSieben Austria gefilmt. Es wurde ganz deutlich kommuniziert, welches Material von wo stammt. Dafür wurden extra separate Factsheets übergeben, eines über Fasanenzucht in Österreich und eines über die spezielle Fasanenzucht der Ministerin, jeweils mit Foto- und Videomaterial. Dasselbe Package wurde auch anderen JournalistInnen übermittelt. Dem ProSieben Austria Filmteam war das auch mit Sicherheit bewusst, immerhin war ich ja persönlich mit dem Team vor Ort bei 3 Fasanerien im Jagdgebiet der Ministerin."

Dr. Balluch weiter: "Nach Ausstrahlung der Sendung wurde ich am 16. November unter dem Vorwand in das ProSieben Austria Studio gelockt, dass sie noch ein Interview aufnehmen wollten. Bei Betreten des Studios wurde ich von Geschäftsführer Brandstätter und Programmleiter Schubert gefragt, ob alles Videomaterial des VGT von Fasanerien der Ministerin stamme, was ich sofort wahrheitsgemäß verneinte. Ich hatte auch nie Gegenteiliges behauptet. Dass der Sender daraufhin öffentlich den Text ausstrahlt, ich hätte 'mittlerweile zugegeben', dass das Videomaterial nicht von den Fasanerien der Ministerin wäre, und 'weiters zugegeben, dass [meine] Aussagen nicht der Wahrheit entsprechen', ist eine unglaubliche Unterstellung. Programmleiter Schubert nennt seine Sendung seriös’ und legt mir gleichzeitig unabgesprochen Worte in den Mund, die ich nie gesagt habe. Selbst wenn er meinen würde, ich hätte die Unwahrheit gesagt, ist es eine Diffamierung zu behaupten, ich würde das auch so sehen. Bei einem Anruf gab Herr Schubert mir gegenüber persönlich an, diesen Text von Herrn Brandstätter bekommen und ohne ihn zu überprüfen gesendet zu haben, mit der Annahme, ich hätte mich entschuldigt."

"Wenn sich der Sender weigert, diese Diffamierung öffentlich richtigzustellen, werden wir umgehend Klage einreichen. Der VGT arbeitet seit vielen Jahren sehr gut mit den Medien zusammen. Wir haben immer verlässliche Informationen und gutes Material geliefert. Ich habe bisher trotz jahrzehntelanger Medienarbeit noch keine einzige Klage wegen Verleumdung verloren. Unter dem Druck von Ministerin Rauch-Kallat und der Jagdlobby hat ProSieben Austria offenbar einen Schuldigen gesucht, unter der irrigen Annahme, kleine Tierschutzvereine als Fußabstreifer missbrauchen zu können. Da haben sie aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht", meint Dr. Balluch abschließend.

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martin.balluch@vgt.at

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