Kummerer gratuliert Volksdeutschen Landsmannschaften zum 50-Jährigen Jubiläum

Erweiterung als Chance - Benes-Dekrete passen nicht in Wertekanon der EU

Wien (SK) SPÖ-Vertriebenensprecher Werner Kummerer
gratulierte dem Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften Freitag im Rahmen des VLÖ-Festaktes zu deren 50-Jährigem Jubiläum. In seiner Rede vor den Gästen des VLÖ-Festaktes ging Kummerer auf die großen Chancen ein, die dem Beitritt von Österreichs nördlichen und östlichen Nachbarstaaten zur Europäischen Union habe: "Die EU versteht sich auch und besonders als Wertegemeinschaft und wird bald eine gemeinsame Verfassung haben. Auf Basis unserer gemeinsamen Werte kann in Zukunft hoffentlich ein erfolgreicherer und besserer Dialog zu Themen geführt werden, die uns allen wichtig sind. Man wird über die Benes-Dekrete sprechen müssen und ich bin der tiefen Überzeugung, dass die einschlägigen Artikel dieser Dekrete in hohem Maße menschenrechtswidrig sind und sicher nicht in einen Wertekanon der EU passen." ****

Zum Wertekanon der Europäischen Union gehöre maßgeblich, dass Minderheitenrechte, Volksgruppenrechte, das Recht auf Pflege seiner Kultur und Sprache "außerordentlich wichtig und unteilbar sind", so der SPÖ-Abgeordnete. Ein auf diesem Fundament aufgebauter Dialog müsse laut Kummerer "auf Basis gegenseitigen Respekts" geführt werden. Dazu gehöre die Feststellung, dass die Vertreibung der Sudetendeutschen und der anderen Volksdeutschen 1945 und danach ein großes Unrecht war, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Und dazu gehöre weiters, "die Vorgeschichte nicht zu vergessen. Es waren die ungeheuren Verbrechen des Nationalsozialismus mit eine Ursache für die späteren tragischen Vorgänge". Kummerer unterstrich in diesem Zusammenhang, "dass ein Verbrechen niemals Entschuldigung für ein anderes Verbrechen" sein dürfe und gegenseitige Aufrechnungen nicht sinnvoll seien.

Der Komplexität und Vielschichtigkeit des Themas in wunderbarerer Weise gerecht geworden sei der Sozialdemokrat Peter Glotz in seinem Buch "Die Vertreibung. Böhmen als Lehrstück", sagte Kummerer. Glotz sei als Sechsjähriger mit seiner Mutter aus Eger vertrieben worden und trotzdem sei es ihm gelungen, "sehr sachlich und fair nach allen Seiten die Geschichte aufzuarbeiten. Die Quintessenz aus allem ist, dass jede Vertreibung ein Verbrechen gegen die Menschenrechte ist." Kummerer ging in seiner Rede weiters auf die großen Leistungen der Heimatvertriebenen in deren neuer Heimat Österreich ein. Die Vertriebenen hätten entscheidend zum Wiederaufbau des Landes beigetragen und gleichzeitig deren vielfältige Kultur in die die neue Heimat gerettet. Abschließend zitierte der SPÖ-Abgeordnete aus dem SPÖ-Beschluss "Unsere gemeinsame Zukunft. Wir SozialdemokratInnen, unsere vertriebenen MitbürgerInnen und unsere Nachbarn": "Der gemeinsam gemeisterte Wiederaufbau, die gemeinsam in diesem Land erlebte und gestaltete Geschichte hat aus beiden Gruppen ein gemeinsames Volk gemacht." (Schluss) se/mp

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