Sima & Chorherr: Rot-grünes Projekt "Biogas Wien" auf Schiene

Anlage in Wien-Simmering liefert ab 2007 umweltfreundliche Energie

Wien (OTS) - "Eine Biogasanlage für Wien ist ein weiteres deutliches Signal für den Einsatz erneuerbarer Energien und damit für den Klimaschutz. Ich bin sehr froh darüber, dass die Errichtung der 'Biogas Wien' jetzt endgültig auf Schiene ist. Wir haben eine Lösung gefunden, die nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich vertretbar ist", betonte die Wiener Umweltstadträtin Mag.a Ulli Sima am Freitag in einem gemeinsamen Pressegespräch mit LAbg. Mag. Christoph Chorherr und SR DI Helmut Kadrnoska, Geschäftsführer der Wiener Kommunal-Umweltschutzprojektgesellschaft mbH (WKU), die mit der Planung der Anlage beauftragt ist. Chorherr:
"Die Biogasanlage stellt nicht nur eine sinnvolle abfallwirtschaftliche Maßnahme dar, sondern ist durch die erzeugte Ökoenergie ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Die Kapazität von 17.000 Tonnen ermöglicht in der ersten Phase den Einstieg der Stadt Wien in die Biogastechnologie. Der Ausbau auf 34.000 Tonnen bleibt weiterhin Ziel dieses Projekts und wird bereits jetzt anlagentechnisch in der Errichtung berücksichtigt."

Die behördliche Genehmigung für die Anlage in Wien-Simmering liegt bereits vor, der Baubeginn ist für Anfang 2006 geplant. Die "Biogas Wien" wird in unmittelbarer Nähe zur geplanten Müllverbrennungsanlage Pfaffenau auf einem Grundstück zwischen Wildpretstraße und Donaukanal errichtet. In einer ersten Ausbaustufe sollen ab 2007 jährlich 17.000 Tonnen an biogenem Material zu Biogas und anschließend in umweltfreundliche Energie umgewandelt werden. Die Anlage kann sowohl Strom als auch Wärme erzeugen, die endgültige Entscheidung über das Energiekonzept erfolgt nach Ende des Ausschreibungsverfahrens. Die voraussichtlichen Errichtungskosten für die Anlage belaufen sich auf rund 13,3 Millionen Euro.****

Aus "Sautrank" wird Öko-Energie

"Die Wiener Biogasanlage ist ein ökologisches Vorzeigeprojekt", so die Wiener Umweltstadträtin: "Aus Mist wird umweltfreundlich Wärme und Strom gewonnen. Das schont wertvolle Ressourcen und damit die Umwelt." Rund 10.000 Tonnen Biomüll jährlich werden aus der Biotonne in innerstädtischen Gebieten kommen, die restlichen 7.000 Tonnen für die "Biogas Wien" sollen aus Speiseresten von Großküchen akquiriert werden. Diese Abfälle werden derzeit von landwirtschaftlichen Betrieben abgeholt und als so genannter "Sautrank" verfüttert. Mit 1. November 2006 ist die Verfütterung an Schweine in Österreich allerdings verboten, so dass dieses Material für die "Biogas Wien" genutzt werden kann.

3.000 Tonnen CO2-Ersparnis jährlich

Im Vollbetrieb der ersten Ausgangsstufe kann die "Biogas Wien" 3,5 GWh Strom und 4,8 GWh Wärme jährlich erzeugen. Im Vergleich zur konventionellen Energieerzeugung ergibt sich eine Einsparung von 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Sima: "Die 'Biogas Wien' ist ein weiterer wichtiger Beitrag zur Erreichung des ehrgeizigen Zieles, das sich Wien mit seinem Klimaschutzprogramm KliP gesetzt hat: Bis 2010 sollen die CO2-Emissionen auf Basis 1990 um 14 Prozent reduziert werden. Die Stadt ist dabei auf einem guten Weg. Bisher konnten schon Einsparungen in der Höhe von 2 Millionen Tonnen CO2 realisiert werden. Im Gegensatz zum Bundestrend, wo die Erreichung des Kyoto-Ziels in weiter Ferne liegt, leistet Wien seinen Beitrag zum weltweiten Klimaschutz."

So funktioniert die "Biogas Wien"

Die Anlieferung des Bioabfalls erfolgt in einer geschlossenen Halle, die Entleerung erfolgt aus den Sammelfahrzeugen in den Bunker, flüssige Abfälle können direkt aus den Tankwägen gepumpt werden (siehe Verfahrensschema). Die "Biogas Wien" wird nach dem Nassverfahren betrieben: Nach Zerkleinerung der Feststoffe und der Abscheidung von Eisenteilen erfolgt die "Anmaischung" in einem Pulper (Stofflöser). Mineralische und metallische Schwerstoffe werden darin abgezogen, in einer Siebtrommel wird anschließend die vergärbare Biomaische entnommen, in einem Ausgleichspufferbehälter gespeichert und anschließend über die Hygienisierungsstufe in den Gärreaktor, wo sie etwa 20 Tage lang bleibt, gefördert. Das dort erzeugte Biogas wird in einem Gasspeicher gesammelt und kann in einem Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung genutzt werden. Alternativ ist eine Nutzung des erzeugten Biogases auch in einem Heißwasserkessel zur vollständigen Umwandlung nur in Fernwärme möglich. Der Gärrest wird entwässert, mit Strukturmaterial vermischt und zu Kompost verarbeitet.

Chorherr: "Uns Grünen war bei der Projektentwicklung wichtig, dass im Sinne der Energieeffizienz und einer gesamtökologischen Betrachtung das Gärsubstrat nicht verbrannt wird, sondern soweit wie möglich einer sinnvollen Nutzung als Kompost bzw. in der Landwirtschaft zugeführt wird."

Zeitplan

Das derzeit laufende EU-weite zweistufige Vergabeverfahren soll im Oktober 2005 abgeschlossen sein, die Auftragsvergabe ist für November 2005, der Baubeginn für Anfang 2006 geplant. Mitte 2007 soll die "Biogas Wien" ihren Probebetrieb aufnehmen, im Herbst desselben Jahres in Echtbetrieb gehen. (Schluss) wög

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