OeNB - Österreichs Exportmotor läuft weiter auf Hochtouren

~ Österreichische Zahlungsbilanz von Jänner bis September 2004 auf Basis von Zahlungsströmen ~

Wien (OTS) - Die anhaltend starke Exportleistung der heimischen Wirtschaft konnte nach jüngsten Berechnungen den Anstieg der Importzahlungen überkompensieren und das Leistungsbilanzdefizit auf 0,8 Mrd Euro etwas verringern. Günstig wirkte weiters der höhere Reiseverkehrsüberschuss in Höhe von 1,8 Mrd Euro.

Die österreichische Leistungsbilanz zeigte nach vorläufigen Berechnungen für den Zeitraum Jänner bis September 2004 ein Defizit von 0,8 Mrd Euro (nach -0,9 Mrd Euro im Vergleichszeitraum). Die seit Jahresbeginn anhaltend positive Entwicklung der Güter- und Dienstleistungsexporte war dafür ausschlaggebend; die Zunahme der Importaufwendungen fiel geringer aus. Gestiegene Nettodefizite aus Einkommen und aus laufenden Transfers wirkten dem genannten positiven Effekt entgegen.

Der Überschuss der Waren- und Dienstleistungszahlungen hat sich per Saldo mit 2,3 Mrd Euro gegenüber der Vergleichsperiode 2003 (0,8 Mrd Euro) nahezu verdreifacht. Maßgeblich hierfür war deren Exportsteigerung um 8,5 Prozent bzw. 7,2 Mrd Euro, während die Importe nur um ca. 6,75 Prozent bzw. 5,7 Mrd Euro zunahmen. Neben positiven Anzeichen im Bereich der Warenzahlungen wurde das Leistungsbilanzergebnis auch durch die Entwicklung des Reiseverkehrssaldos geprägt, der sich in den ersten neun Monaten 2004 von 1,4 auf 1,8 Mrd Euro verbesserte.

Merkbar höher fiel das Defizit in der Einkommensbilanz aus, das sich im Berichtszeitraum auf 0,9 Mrd Euro belief (Vergleichsperiode 2003:
-0,3 Mrd Euro). Die Defizite der Vermögenserträge aus Portfolioinvestitionen und Direktinvestitionen erhöhten sich im Berichtszeitraum um je rund 0,2 Mrd Euro. Im gleichen Ausmaß verringerte sich der Überschuss der Einkommen aus Sonstigen Investitionen (vor allem Kredite und Einlagen).

Der Abgang aus Laufenden Transfers lag mit 2,2 Mrd Euro über dem Vergleichswert 2003 (-1,3 Mrd Euro).

Die Kapitalbilanz wies in den ersten neun Monaten 2004 Nettokapitalzuflüsse aus Portfolioinvestitionen und Sonstigen Investitionen sowie Nettokapitalabflüsse aus Direktinvestitionen und Finanzderivaten auf.

Die Direktinvestitionen zeigten ein differenziertes Bild: Es wurde zwar in beide Richtungen mehr neues Kapital investiert, jedoch lagen auch die Desinvestitionen deutlich über den entsprechenden Vergleichswerten aus 2003. Daraus ergab sich eine Abnahme der Nettokapitalströme auf nahezu die Hälfte nämlich aktivseitig auf 1,3 Mrd Euro und passivseitig auf 1,0 Mrd Euro.

Österreichische Portfolioinvestitionen im Ausland, die seit Beginn 2004 deutliche Zuwächse erkennen ließen, beliefen sich im Berichtszeitraum auf netto 25,4 Mrd Euro (Vergleichsperiode 2003:
14,6 Mrd Euro). Nach einer merkbaren Zurückhaltung bei Investitionen in Anteilspapiere im Jahr 2003 nahm die Dynamik in diesem Veranlagungssegment im bisherigen Jahresverlauf 2004 wieder zu. Größeres Engagement ließen auch ausländische Anleger erkennen, die von Jänner bis September 2004 mit 26,1 Mrd Euro um fast zwei Drittel mehr in österreichische Wertpapiere investierten als im selben Zeitraum 2003 (15,9 Mrd Euro).

Der Bereich Sonstige Investitionen, der vor allem das grenzüberschreitende Geschäft mit Krediten und Einlagen umfasst, wies Nettokapitalimporte in Höhe von 1,0 Mrd Euro auf, nachdem im Vergleichszeitraum 3,5 Mrd Euro abgeflossen waren.

Die offiziellen Währungsreserven nahmen transaktionsbedingt um 1,2 Mrd Euro ab.

Leistungsbilanz ........... -0,7 -0,5 -0,9 -0,8

1) Zunahme: -; Abnahme:+.
Rundungen können Rechnungsdifferenzen ergeben

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