KHOL WÜRDIGT VERBAND VOLKSDEUTSCHER LANDSMANNSCHAFTEN ÖSTERREICHS NR-Präsident will Volksgruppen in neuer Bundesverfassung verankern

Wien (PK) - Nationalratspräsident Andreas Khol hat heute anlässlich des Festaktes "60 Jahre Vertreibung, 50 Jahre VLÖ" den Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs gewürdigt und den Dank der Republik Österreich überbracht. "Das 50-jährige Bestehen des VLÖ ist nicht nur ein besonderer Anlass für die Altösterreicher deutscher Muttersprache, sondern für die gesamte Republik", so Khol. "Die Geschichte des VLÖ und die Darstellung der heutigen Tätigkeit führt eindrucksvoll vor Augen, welchen bedeutenden Beitrag der Verband der Landsmannschaften zur Entwicklung der Zweiten Republik geleistet hat."

Khol kündigte in seiner Rede im "Haus der Heimat" auch an, dass er sich für die Aufnahme der Volksgruppen in die neue Bundesverfassung stark machen werde. Konkret möchte er folgende Formulierung in der Präambel zur neuen Verfassung verankern: "Österreich tritt für den Schutz der mit ihm geschichtlich verbundenen deutschsprachigen Volksgruppen, insbesondere der Südtiroler, ein."

Der Nationalratspräsident sprach den Heimatvertriebenen und Flüchtlingen deutscher Muttersprache, die nach Österreich gekommen und hier geblieben sind, für ihre Aufbauarbeit besondere Anerkennung aus. "Unter schwierigsten Verhältnissen haben Sie, Ihre Eltern und Großeltern, unser Land mit aufgebaut und den Grundstein für den heutigen Wohlstand Österreichs gelegt. Der Fleiß, das Können und die Beharrlichkeit der Volksdeutschen, die nach Österreich gekommen sind, sind legendär. Sie sind 1945 mit nichts gekommen, heute haben sie es zu verdientem Wohlstand – größerem oder kleinerem – gebracht. Ihr persönlicher Erfolg war und ist ein Teil der Erfolgsgeschichte Österreichs", sagte Khol.

Gewürdigt wurden auch jene Österreicherinnen und Österreicher, die im Jahr 1945 unter schwierigsten Bedingungen die Heimatvertriebenen in Österreich aufnahmen. "Von den insgesamt über zwei Millionen Vertriebenen, die mit Ende des 2. Weltkrieges vorübergehend nach Österreich kamen, haben immerhin rund 350.000 hier eine neue Heimat gefunden. Unter den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen und vor allem angesichts der katastrophalen Ernährungslage des Jahres 1945 und auch danach war dies eine beachtenswerte Integrationsleistung."

Der Präsident des Nationalrats verwies auch auf das "Gedanken-Jahr 2005", in dem vor allem der historischen Jahrestage mit Bezug auf 1945, 1955 und 1995 gedacht werden soll. "Am Anfang der Zweiten Republik stand das Ende des 2. Weltkrieges. Das Jahr 1945 war für alle ein Jahr des Elends, ein Jahr des Schreckens und der Angst – wie schon die vielen Jahre zuvor, als das verbrecherische nationalsozialistische Regime Europa in absolut unvergleichlicher Art und Weise verwüstete. Aber 1945 war für Österreich auch ein Jahr der Hoffnung – die Österreicherinnen und Österreich haben ihre Heimat zurückerhalten. Sie, die Heimatvertriebenen nicht. Ihnen wurde die Heimat geraubt. Im Gedenken an das Jahr 1945 darf niemals vergessen werden, dass viele Altösterreicher enteignet und vertrieben wurden, tausende Menschen ermordet und brutal zu Tode geschunden wurden. Die Gräueltaten der Geschichte können nicht ungeschehen gemacht werden. Aber die kollektiven Vertreibungen und Enteignungen waren Unrecht an vielen unschuldigen Menschen und für dieses Unrecht muss die moralische Verantwortung übernommen werden", so der Nationalratspräsident.

Khol schloss mit dem Hinweis auf die gemeinsame Zukunft aller in der Europäischen Union: "Der Europäische Integrationsprozess ist der einzige Weg, um die Gräben von gestern zu überwinden. Die Europäische Integration wirkt nicht nur im wirtschaftlichen und politischen Bereich, sie trägt auch zu einer Öffnung der Gesellschaft bei." (Schluss)

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