Katholische Jungschar fordert Umsetzung der Kinderrechte

Auch in Österreich werden die Kinderrechte verletzt, durch die "g´sunde Watschen", sexuelle Ausbeutung und womöglich sogar durch den Nikolaus

Wien (OTS) - "Kinderrechte müssen weiter viel stärker öffentliches Thema bei uns werden, denn auch in Österreich werden die Kinderrechte tagtäglich verletzt. Kinder werden in Österreich leider noch immer geschlagen. Auch die sexuelle Gewalt an Kindern betrifft uns hier und passiert nicht nur in anderen, fernen Ländern. Und sogar wenn der Heilige Nikolaus, manchmal sogar in Begleitung eines Krampus, als drohende Erziehungsgestalt auftritt, werden die Kinderrechte grob missachtet." zeigt Dr. Gerald Faschingeder, Vorsitzender der Katholischen Jungschar Österreichs, wie aktuell die Kinderrechte auch bei uns sind. Anlässlich des diesjährigen Internationalen Tags der Kinderrechte, der weltweit am 20. November begangen wird, hat die Katholische Jungschar als größte Kinderorganisation sich besonders mit dem Thema "Gewalt an Kindern" befasst. Am Montag 15. November 2004 fand in Wien eine Podiumsdiskussion unter dem Motto "Wieso tust du mir weh?" mit VertreterInnen aus Politik, Wissenschaft und Praxis statt. "Hinschauen statt Wegschauen" betitelte sich eine Veranstaltung von ECPAT Österreich, der Plattform gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern, der auch die Dreikönigsaktion/Katholische Jungschar angehört, am Flughafen Wien-Schwechat am 18. November 2004. "Und rechtzeitig vor Beginn der Nikolauszeit appellieren wir an alle, diesen schönen, alten Brauch nicht zu missbrauchen. Ein peinlicher Sündenregister, ein angsteinflößender Krampus oder ein drohender Nikolaus sind Formen von Gewalt, die wir zutiefst ablehnen." so der Jungschar-Vorsitzende weiter zu diesem ureigenen Thema der Kinderorganisation.

Ein wichtiger Schritt zur Umsetzung und Achtung der Kinderrechte in Österreich sei die Verankerung der Kinderrechtskonvention in Verfassungsrang, dadurch würden Kinder und Jugendliche als eigenständige Persönlichkeiten, die auch selbst Rechte haben, anerkannt werden. "Auch wenn derzeit positive Signale dazu aus dem Österreich-Konvent kommen, dürfen wir nicht leise werden, die Kinderrechte in die Öffentlichkeit zu bringen. Kinderrechte gehen uns alle an, und es gibt noch immer sehr viele verbesserungswürdige Bereiche in Österreich neben der Gewaltproblematik, sei es die Behandlung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, die nicht einheitlichen Jugendwohlfahrtsgesetze, die Auflösung des Jugendgerichtshofes in Wien, die fehlende Mitbestimmung, ..." appelliert Faschingeder auch an die Regierung, die Umsetzung der Kinderrechtskonvention ernst zu nehmen.

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Mag. Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez
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