Tag der Kinderrechte: Umweltschutz ist auch Kinderschutz

Aktuelle Studie zeigt besondere Gefährdung von Kindern durch Umweltgifte - Umweltminister Pröll ist gefordert

Wien (OTS) - Den Tag der Kinderrechte am 20.11.2004 nimmt die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 zum Anlass, auf die erhöhte Gefährdung von Kindern durch schädliche Umwelteinflüsse aufmerksam zu machen und präsentiert die Ergebnisse einer neuen Studie. "Ob Blei im Trinkwasser, Dioxin, oder PCB: Kinder sind vor allen anderen Leidtragende dieser Umweltgifte. Konzentrationen, die einem gesunden Erwachsenen nichts anhaben, können bei Kindern bereits zu Entwicklungsschäden führen", warnt Helmut Burtscher, Lebensmittelchemiker von GLOBAL 2000. "Umweltschutz ist deshalb auch Kinderschutz. Zu den Kinderrechten gehören das Recht auf eine gesunde Umwelt und das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Dafür einzutreten, dass diese Rechte heute und auch in Zukunft gewahrt sind, halten wir für die wichtigste und dringlichste Aufgaben von Umweltminister Pröll" so Burtscher.

Eine aktuelle Studie der niederländischen Gesundheitsbehörden hat die Gesundheitsgefährdung von Kindern durch Pestizidrückstände in Lebensmitteln untersucht. Ihr Fazit: Kinder tragen ein höheres Risiko als Erwachsene. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Kinder nehmen bezogen auf ihr Körpergewicht größere Pestizidmengen zu sich als Erwachsene. Der noch nicht voll entwickelte Magen-Darmtrakt von Kleinkindern stellt eine geringere Barriere für Chemikalien dar. Zudem ist die Fähigkeit des kindlichen Organismus, Giftstoffe abzubauen, sehr begrenzt. Die Experten kommen zu dem Schluss, dass die gängige Risikobewertung von Pestizidrückständen diesem erhöhten Gefährdungspotenzial für Kinder nicht ausreichend Rechnung trägt. Sie empfehlen daher für Kinder einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor von "Zehn" einzuführen. "Wenn man dieser Einschätzung folgt, muss die mittels Risikobewertung ermittelte "zumutbare Menge" von Pestizidrückständen für Kinder um 90 Prozent nach unten gesetzt werden", so Burtscher weiter.

Doch auch im Rahmen der derzeit angewandten Risikobewertung wird die erhöhte Empfindlichkeit der Kinder sichtbar. In dem heuer von Kommissar Byrne veröffentlichten EU-Bericht zum EU-weiten Pestizidmonitoring mussten die Experten anhand zahlreicher Proben einräumen, dass "eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann, insbesondere für empfindliche Personengruppen." Gemeint sind damit vor allem Kinder. Diese Ergebnisse zeigen, dass für den Schutz von Kindern besondere Vorkehrungen getroffen werden müssen und vermehrte Anstrengungen notwendig sind. "Bei manchen Umweltthemen, etwa der Feinstaubproblematik, lässt Umweltminister Pröll durchaus Engagement erkennen. Doch sobald es um Pestizide geht, wird ein ernster Interessenskonflikt sichtbar. Nämlich zwischen Josef Pröll, dem Umweltminister und Josef Pröll, dem Landwirtschaftsminister. Gewonnen hat bisher immer noch der Landwirtschaftsminster", so Burtscher. "Heuer wurden per Gesetz mit einem Schlag sämtliche in Holland erlaubten Pestizide auch in Österreich zugelassen. Dieses Gesetz hat ein für die amtliche Kontrolle nicht mehr administrierbares Pestizidchaos geschaffen. Kein Wunder, dass Österreich mit dieser Regelung EU-weit allein auf weiter Flur ist."

Umweltminister Pröll muss die Probleme im Pestizidbereich aktiv angehen. Die Ankündigung des Landwirtschaftministeriums, eine Enquete mit GLOBAL 2000 noch im Sommer zum Thema der Pestizide durchzuführen, hatte diesbezügliche Hoffnungen geweckt. "Seither ist trotz mehrmaliger Nachfrage von GLOBAL 20000 nichts mehr geschehen. GLOBAL 2000 fordert deshalb eine Stellungnahme des Landwirtschaftsministeriums", so Burtscher abschließend.

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